"Nicht alles muss in meiner Hand liegen"- Joel über Gelassenheit und Gottvertrauen
Shownotes
In dieser Folge LOSGELASSEN blickt Joel Brodersen zehn Jahre zurück auf seinen Internationalen Freiwilligendienst in Papua-Neuguinea, ein Jahr, das ihn bis heute prägt. In den Musikprojekten der Evangelisch-Lutherischen Kirche lernt er nicht nur eine neue Sprache und einen anderen Alltag kennen, sondern erlebt, wie Begegnung, Gemeinschaft und Glaube Menschen verbinden können. Er erzählt von Musikkursen im ganzen Land, einer besonderen Weihnacht, herausfordernden Zeiten und von Menschen, die ihm ans Herz gewachsen sind. Aus diesem Jahr nimmt er vor allem Gelassenheit, Gottvertrauen und die Erfahrung mit, dass nicht alles planbar sein muss. Heute promoviert Joel an der TU München und engagiert sich als Mitglied der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Im Gespräch erzählt er, warum ein Freiwilligendienst weit über ein Jahr hinauswirken kann und weshalb es sich lohnt, jungen Menschen genau diese Erfahrung zu ermöglichen.
Transkript anzeigen
00:00:00:
00:00:07: Losgelassen,
00:00:08: der Podcast über Aufbruch, Begegnung und ein Jahr das den Blick auf die Welt verändert.
00:00:22: Herzlich willkommen bei losgelassen dem Podcast zum internationalen Freiwilligendienst von Mission Eine Welt!
00:00:29: Heute haben wir Joel Brodersen zu Gast – er war von August-Zweißn-Fünfzehn bis Juli-Zwei-Tausendsechzehn für einen Jahr in Papua Naginéa und wird uns heute davon berichten... Joel, schön dass du da bist.
00:00:43: Bevor ich gleich über deinen freiwilligen Dienst sprechen wie würdest Du Deine aktuelle Lebensphase beschreiben?
00:00:50: Oh das ist spannend!
00:00:52: Meine aktuelle Lebensphase.
00:00:53: Ich glaube ich gehe jetzt langsam an die Dreißig zu und das eine sehr spannende Lebensphase weil Du Freunde hast, die noch so richtig im Studium sind oder in der Ausbildung und noch ganz suchen.
00:01:06: Was wollen sie machen?
00:01:07: Wie sind sie eigentlich?
00:01:08: Und du hast andere Freunde, die schon eher Richtung Setteln gehen sozusagen.
00:01:12: Also würde ich mich in so einer Zwischenwelt gerade sehen.
00:01:16: Mhm!
00:01:17: Und was machst du so?
00:01:19: Wo lebst du ... Was machst du da?
00:01:23: Genau, ich wohne grade in München, meine Heimatstadt und macht dort eine Promotion an der TUM im Bereich Verkehrssimulation.
00:01:31: Und erforsche da, wie Mobilitäts- und Demarsysteme besser gesteuert werden können anhand von aktuellen Verkehrsdaten.
00:01:39: Aha!
00:01:41: Jetzt reißen wir mal zehn Jahre zurück in der Zeit oder sogar noch länger.
00:01:47: Im Jahr zwei tausend fünfzehn sechzehn hast du ja ein freiwilliges internationales Jahr mit uns in Papo Naginia gemacht.
00:01:54: Und wenn du an dein Freiwilligenjahr denkst, wie weit weg fühlt es sich für dich an?
00:02:00: Oder wie sehr sind auch die Gedanken an den freiwilligen Dienst noch im Alltag präsent.
00:02:05: Ich glaube ein bisschen was bleibt immer hängen von der Zeit, die man dort hat und muss wirklich auch schauen, was wäre eigentlich passiert, wenn ich nicht gegangen wäre?
00:02:15: Welcher Jul würde jetzt sonst auf den Straßen unterwegs sein?
00:02:18: Und ich glaub da ist noch ganz viel da, was mich prägt von dort Zum Beispiel, wie geht man mit Zeit um oder wie nimmt man Menschen wahr?
00:02:27: Wie geht man das Gespräch mit den Menschen?
00:02:29: Wie kann man Menschen sozusagen mit Menschen in einer Konversation starten, eine Beziehung aufbauen, die man vielleicht noch gar nicht kennt.
00:02:36: Wo man auch erst ein bisschen zwischen den Zahlen lesen muss.
00:02:39: Wie versteht mich jetzt die Person mit dem was ich sage?
00:02:43: Das sind glaube ich sehr Dinge, die ich wirklich noch präsent hab und die mich wirklich auch ständig begleiten.
00:02:51: Schön, das heißt die Erinnerungen sind noch nah an der Oberfläche.
00:02:56: Ja es ist glaube ich jetzt nicht so dass ich jeden Tag denke ach Mensch jetzt der Weg zu meiner alten Arbeitsstätte.
00:03:02: wie war er eigentlich?
00:03:03: oder so?
00:03:03: aber eher in der Beziehungsebene mit Menschen?
00:03:06: Ich glaub zwar war ganz wichtig in dem Jahr dass man sozusagen lernt wie kann ich mit Menschen gut sprechen und ja guten Kontakt mit ihnen aufbauen?
00:03:17: Und jetzt wollen wir mal nochmal in die Zeit vor dem Freiwilligendienst zurück.
00:03:23: Es war dein letztes Schuljahr und weißt du noch, was sich dazu bewegt hat dich für ein Jahr im Ausland zu bewerben?
00:03:30: Für einen freiwilligen Dienst und nicht wie die anderen vielleicht Work and Travel sondern wirklich schon ein Jahr vor Deinem Abitur dir zu überlegen Was will ich machen?
00:03:38: Wie kamst Du dazu dieses Dich für den freiwillige Dienst im Auslandsbewerb?
00:03:44: Ich glaube eine grundlegende Motivation damals war schon, dass man nach der sehr behüteten Zeit in der Schule, wo klar strukturiert war was man tun will.
00:03:56: Mal einen Horizontwechsel wollte mal über den Teller anschauen wollte.
00:03:59: das war meine grundlegenden Motivations damals auch im Hinblick darauf dass man schon selbst reflektiert hat irgendwie zu dem Zeitpunkt das was jetzt gerade so wichtig ist was die Themen sind.
00:04:10: wie sieht die nächste Matheklausur aus?
00:04:12: Wann steigt die nächste Hauspartie bei wem?
00:04:15: Dass das vielleicht Themen sind, die jetzt gerade für einrelevant sind.
00:04:18: Aber es ist in der Welt da draußen noch viel interessanterer Themen gibt und viel interessantere Menschen, mit denen man sich auch mal beschäftigen will.
00:04:26: Und wenn man, sozusagen, achtzehn ist, plötzlich die Möglichkeiten hat, vieles zu machen.
00:04:33: Ich glaube, dass war eine grundlegende Motivation überhaupt ins Ostern zu gehen.
00:04:38: Warum es dann ein Freiwilligens wurde, war schon auch die Überlegung zu sagen.
00:04:42: Ich will was wo es eine bisschen eine Struktur gibt, wo ich schon irgendwie auch einen Netzwerk habe auf das ich zurückgreifen kann und wo ich Fachpersonen hab vor Ort oder auch in Deutschland, die mich sozusagen auch auffangen können.
00:04:56: Und ich auch.
00:04:58: erstmal ist es auch ein ganz attraktives Paket, dass du bekommst.
00:05:01: Du bewirbst dich einmal und dann bist du ein Jahr lang irgendwo vor Ort und kannst etwas erleben!
00:05:06: Und ich glaube, wenn du Overcome Travel machst, dann stehst du häufig vor den Entscheidungen.
00:05:11: Was mache ich als Nächstes und musst auch viel mehr selber schon in Vorleistung gehen in der Planung?
00:05:16: Mhm!
00:05:18: Und wie kamst Du denn darauf, Dich bei Mission eine Welt zu bewerben – und auch für Papo Naginier?
00:05:23: oder hast Du Dich breit gefächert beworben?
00:05:25: oder wie war das?
00:05:27: Also ich glaub viele gehen erstmal in diese Situationen auf ne Weltkarte, sei es auf der Weltwärtsseite oder vielleicht auch nur bei Google Maps.
00:05:34: Bei mir war es ehrlich gesagt gar nicht so viel anders.
00:05:36: Ich habe erstmal allgemein geschaut, Google-Suche was kann man eigentlich machen?
00:05:42: Was für Angebote gibt's?
00:05:44: Bin dann bei einigen Organisationen gelandet aber auch von der Auswahl ein bisschen überfordert, ehrlich gesagt hatte die Fortlist vor allem erstellt anhand von Empfehlungen aus dem Familie und aus dem Bekanntenkreis oder aus der Küchengemeinde.
00:06:01: Und da kam dann auch ziemlich schnell Mission Eine Welt eben auf die Liste, weil eine andere als zwei Jahre ältere aus meiner Kirchgemeinde dort schon mit ein bisschen einer Welt in China war und eigentlich sehr gute Erfahrungen hatte.
00:06:15: Auch im Hinblick auf die Organisation, dass es irgendwie gut strukturiert war das Ansprechpersonen gab, die irgendwie zuverlässig waren und dass sie da eine schöne Zeit hatte und viel erlebt hat und viel gelernt hat.
00:06:28: Dann war erst mal Mission Eine-Welt klar dass man das mal in die Auswahl nimmt und dann hat man natürlich geschaut, okay was gibt's für Stellen?
00:06:34: Was haben sie so im Angebot.
00:06:35: Was könnte ich da tun?
00:06:36: Wo könnte es auch sein?
00:06:38: Und dann kam eben diese eine Musikstelle in Papua New Guinea mit Musikprojekten, mit Kindern und Jungen Erwachsenen und da war ich dann richtig gecatcht.
00:06:48: also als ich das gelesen habe, da hatte ich echt so ein bisschen so wow Also wenn ich das krieg, wenn ich dahin gehen kann,
00:06:54: puh
00:06:55: Das ist es sozusagen.
00:06:57: und dann genau Paponeuginär hatte ich aber ehrlich gesagt auch nicht wirklich, also das war zu dem Zeitpunkt nicht mein Land wo ich immer mal hin wollte oder sowas.
00:07:06: Ich weiß gar nicht ob ich so was hatte überhaupt zu den Zeitpunkten.
00:07:08: Das war dann eher so oh cool ist es auch noch in einem Land wo man sonst vielleicht gar nicht so leicht hinkommt, wo man wirklich etwas Neues erleben kann.
00:07:19: Und wie hat denn dein Umfeld darauf reagiert dass du jetzt für ein Jahr nach Paponeuiginäher gehst?
00:07:25: Deine Familie deine Freunde
00:07:28: Ich glaube, in der Familie war es dadurch, dass das mit mir so eine Welt war, was okay.
00:07:33: Haben sie alle gesagt ja du bist solide, da bist du gut aufgehoben und klar ist das ein Land wo wir jetzt nicht so viel darüber wissen und vielleicht nicht so vorstellen können.
00:07:44: Da war ja auch nie jemand dem man kennt aber da gehst mal gut hin und da kannst du etwas erleben.
00:07:50: Und Freunde waren eher so ok wow krass dann machst du's mal!
00:07:56: Überrascht und genau, haben sich aber auch für mich gefreut.
00:08:01: Du warst da in deinem Abi-Jahr?
00:08:03: Die Abi Prüfungen kamen immer näher die Ausreise ist immer nähr gerückt.
00:08:08: was waren so die Themen vor denen du vielleicht Angst oder auch Respekt hattest die dich da erwarten so kurz vor der ausreise?
00:08:15: Und auf was hast du dich aber auch gefreud?
00:08:18: Ich glaube so Bedenken waren So ein typisches Imposter-Syndrom.
00:08:23: ich glaube das ist ganz lustig weil es haben ja viele auch im Berufseinstieg manchmal im Studium oder in neuen Situationen, wo man war.
00:08:31: Dann war dann dieses Gefühl wow ich habe jetzt diese Stelle bekommen die ich immer wollte und mega cool und coole Organisation coole Menschen coole Mitfreiwillige.
00:08:39: aber ich hab immer die ehemaligen gesehen und auch diese große Hürde wow du bist da soweit weg neues Land neue Sprache irgendwie da Musik machen kann nicht das überhaupt bin ich irgendwie gut genug.
00:08:51: Wie kann ich das jemals schaffen?
00:08:52: Und dann habe ich die ehemaligen gesehen, die bei dem Seminar waren und dachte mir, wow, das sind alles so erfahrene Leute!
00:08:59: Die haben sich da mit den Leuten auseinandergesetzt, die haben die Kultur verstanden... und dergleichen war ich richtig erst mal okay.
00:09:08: Ich schaffte es überhaupt, hatte echt ein bisschen Bammel und war aber auch Hab mich aber auch richtig gefreut.
00:09:17: Weil ich schon gemerkt hab, jetzt ist Abi rum und langsam die letzte Abi-Feier abgeschlossen.
00:09:22: Jetzt ist wirklich mal aus und vorbei.
00:09:25: Und ich war so ... Ich habe gemerkt, jetzt kann man noch ein paar Wochen lang bummeln und feiern und eine schöne Reise machen vielleicht.
00:09:33: Aber irgendwann ist es gut.
00:09:34: Aber ich hab was!
00:09:35: Ich bin gleich wo und da erlebe ich was, da kann ich was lernen.
00:09:41: Das hat mich richtig gefriert zu wissen.
00:09:43: Okay, zwölfter August?
00:09:44: Jetzt geht der Flieger und dann beginnt was ganz Großes Neues.
00:09:48: Das heißt, es war wirklich dein zwölfter August?
00:09:50: Du weißt noch das Datum?
00:09:52: Ja!
00:09:52: Komischerweise ist mir grad gekommen.
00:09:55: Okay, dann nehmen wir's mal mit zu dem zwölften August.
00:09:59: Wie war der Abflug aus Deutschland?
00:10:01: Wie war den Abschied von deinen Freunden, deiner Familie ... ja wie war der Moment kurz bevor es losgingen?
00:10:08: Es war schon nochmal ein bisschen emotional weil man wusste okay jetzt wirds doch ernst.
00:10:13: Ich war kurz davor noch mal mit Freunden in Italien und hab die dann nochmal ... mit denen eine gute Zeit verbracht.
00:10:19: Aber als ich mich dann, die sind noch länger geblieben, verabschiedet habe von ihnen, da hat es schon wirklich geschmerzt.
00:10:24: So in den Zug einzusteigen und zu wissen so ja wer weiß jetzt passiert viele im Jahr.
00:10:29: Viele machen neue Erfahrungen.
00:10:31: Sind wir noch so die Freundesgruppe, die wir davor waren?
00:10:34: Das war schon emotional!
00:10:36: Und ähm genau... Dann war's irgendwie ganz schnell umpacken vom Urlaub.
00:10:41: Was brauche ich eigentlich für das ganze Jahr?
00:10:44: Mit der Familie auch noch mal einen guten Abend zu bringen.
00:10:48: Und dann war ich aber am Schluss auch wirklich, hat die Freude wieder überwiegt und es ... Die Aufregung!
00:10:55: Das war ja auch das erste Mal dass ich Europa verlassen habe oder irgendwie auch so lange geflogen bin überhaupt.
00:11:01: Aber ich wusste wir sind jetzt zur Drittgeflogen mit zwei anderen Freiwilligen von Mission Eine Welt auch.
00:11:06: Dass ich wusse, mit den beiden bin ich auf jeden Fall gut unterwegs Und wir wurden empfangen auch dort gleich von zwei Mitarbeitern vermisst in eine Welt, wo wir die ersten Tage verbracht haben.
00:11:19: Die uns ein bisschen an die Hand genommen haben und da wusste ich also es ist alles gut sozusagen.
00:11:26: Okay das heißt ihr seid zu dritt geflogen?
00:11:28: Habt euch dann am Flughafen Kenning gelernt oder kanntet ihr euch davor schon?
00:11:32: Glücklicherweise hatten wir davor ja schon die ganzen Vorbereitungsterminare... ...und die Tokpisinsprachkurse hier in Neunertelsau auch schon.
00:11:39: Sprich, wir hatten schon wirklich viel Zeit miteinander verbracht.
00:11:42: Wir waren schon wirklich eingegrooft und auch schon in einer Art Gruppe geworden.
00:11:48: Und das war besonders schön!
00:11:50: Es war nicht so ein Abtasten, wie wird es eigentlich?
00:11:53: Sondern man hatte schon so klare Vorstellungen und auch ein klares Gefühl für die andere Person... Wir waren ja auch im Freien Bedienst relativ eng und haben auch viel zusammen gemacht.
00:12:04: Das hat einen natürlich schon gestützt sozusagen dass man wusste Klar, man erlebt da was und ist natürlich auch in seiner Einsetzstelle alleine.
00:12:12: Aber Maha hat Leute mit denen man sich dann wieder austauschen kann, die auch ähnliche Sachen erleben.
00:12:18: Und du hast jetzt gesagt ihr wurdet abgeholt von jemandem von Mission Eine Welt?
00:12:22: Wie waren denn so die ersten Tage konkret?
00:12:25: also was habt ihr gemacht?
00:12:26: wie habt ihr euch da eingeliebt?
00:12:29: Ich glaube es war ein bisschen unter dem Motto Cultural Orientation sozusagen.
00:12:34: wir haben uns orientiert ganz simple Sachen.
00:12:38: Wir gehen auf den Markt.
00:12:40: Was macht man da?
00:12:41: Es ist ganz, ganz schön.
00:12:43: in Papua New Guinea gibt es keine Kultur, indem man Großpreisverhandlungen macht am Markt was vielleicht in anderen Ländern eher üblich wäre sondern an jeder Gelberübe hängt dann so ein kleines Preisschild dass das jetzt Fünfzig Torjahr kostet oder sowas.
00:12:55: auch die kleinsten Beträge werden noch mit einem kleinen Preissschild.
00:12:59: Wie man das macht wie man auch dann sein Top-Pissen anwendet sozusagen.
00:13:02: natürlich hatten wir die Sprachkurse aber vor Ort Fremdsprache so, dass man dann auch ins Gespräch kommen muss.
00:13:10: Und da wurde uns dann auch ein bisschen die Scheu genommen und einfach jetzt sind wir hier.
00:13:16: Jetzt kommen wir mit den Leuten ins Gesprächen.
00:13:18: wie kann man sich auch in der Stadtgruppe bewegen?
00:13:20: Wie kann man Bus fahren?
00:13:21: Auch wenn es relativ simpel am Ende des Tages ist.
00:13:23: aber so ein bisschen, die die Scheue wurde genommen genau und auch ein bischen schon mal viele Geschichten gehört sozusagen von wieso ist sozusagen und das hat in der Vorbereitung hatten wir noch gar nicht so viel Kontakt mit wirklichen Mitarbeitern vor Ort, die lange in PNG waren.
00:13:41: Und dann plötzlich von denen die Perspektive zu hören – das war natürlich super spannend!
00:13:46: Und was bist du für ein Typ?
00:13:47: Wie hast du dich sprachlich eingelassen?
00:13:50: Menschen, die sind dann eher schüchtern sprechen nicht viel.
00:13:53: Es gibt Leute, die gehen sofort drauf los auch wenn sie die Grammatik vielleicht noch nicht hundert Prozent werchen.
00:13:58: was bist du für ein Typ?
00:14:00: Ich glaube ich probiere es schon immer wieder.
00:14:01: also ich würde schon einfach mal versuchen und das ist bei Top-Pizien der Sprache in Papua regionär auch das Beste was Du machen kannst weil die eigentlich sehr sehr gnädig ist die Sprache Kreolsprache, die auch so ein bisschen eher so einen Ursprung nicht ein Behelf war.
00:14:18: Also Papineuginär gibt es ja über achthundert Sprachen und bis vor zweihundert Jahren war das kein Problem weil dann hast du dich vor allem in einer eigenen Sprachgruppe bewegt und es gab vielleicht ein paar Kontaktpunkte mit anderen Sprachgruppen aber vor allem warst du im Radius deiner Sprachgruppe unterwegs.
00:14:35: Dann hat sich natürlich rapide geändert und jetzt leben allein in der Möbelprovinz wo ich war gab's schon über zweihundert sprachen tagtäglich miteinander in Kontakt waren, in Lay war es ganz gemischt.
00:14:48: Und dann hat sich eben Tokpisien entwickelt aus dem Englischen und auch mit Deutschen Einflüssen und das Schöne ist die dadurch dass jeder ja das heißt Zweitsprache sozusagen spricht und jeder das weiß.
00:15:01: das ist eigentlich sozusagen ein Weg wie wir beide zusammen in Kontakt kommen können und jetzt nicht unsere Muttersprache ist man auf allen Seiten immer gnädig miteinander und versucht, einander zu verstehen.
00:15:12: Manchmal ist es vielleicht nicht so leicht aber ja das ist eine sehr anfängerfreundliche Sprache.
00:15:18: und was ich sehr erlebt habe dass die Menschen in Papua New Guinea sich immer sehr sehr gefreut haben wenn man auch Tokpisien spricht und nicht auf Englisch oder so Auch wenn es eigentlich viele Leute gekonnt hätten.
00:15:29: Aber ich hab' auch glücklicherweise nie angefangen dort mit jemandem englisch zu sprechen.
00:15:34: Also ich hab mich mit niemandem dort Englisch gesprochen, vielleicht mal mit einem Australier.
00:15:38: Aber mit den Menschen vor Ort habe ich immer auf Lockpiesen geredet und dann am Anfang natürlich viele Fehler gemacht, irgendwelche englischen Wörter reingemixst aber bin dann so langsam reingekommen.
00:15:50: Und da hat mir besonders geholfen das mich mein Mentor vor Ort der gesagt ja jetzt das erste eigentlich was du machen kannst fahr mal eine Woche lang mit dem einen Mitarbeiter auf sein Dorf Und dann lernt's mal die Sprache.
00:16:06: Dann war das ein klarer Programm, also ich bin mit dem zu sich nach Hause gefahren.
00:16:12: Der hat sich bei seiner Familie mich einkwartiert und dann hatte ich eigentlich auch gar nicht so viel zu tun außer mit den Menschen dort Zeit zu verbringen und hab deren Alter kennengelernt, wir sind zusammen in den Garten gegangen oder deren Acker haben da ein bisschen was geerntet, haben eine kleine Wanderung gemacht zu einer Wasserquelle ans Meer gegangen, zum Fischen und dergleichen.
00:16:36: Und am Sonntag im Gottesdienst natürlich.
00:16:41: Durch dieses Kontakt kommen und den Alltag verbringen habe ich die Sprache innerhalb von einer Woche eigentlich ziemlich gut lernen können.
00:16:48: Also ich bin wirklich nach der Woche zurückgekommen zu meiner Einsatzstelle und war super fit.
00:16:54: also es war echt krass wie schnell das dann ging weil aber auch die Sprach sehr sehr gnädig ist.
00:17:00: Durchsprechen und reinkommen muss keine Grammatik, muss man sich jetzt nicht so viel beschäftigen.
00:17:05: Das ist echt schön.
00:17:07: Also eine echte Kommunikationssprache eigentlich die direkt die Türen öffnen?
00:17:13: Leider manchmal nicht so präzise.
00:17:14: das ist immer das Problem bei Tokpisin.
00:17:17: Der Wortschatz ist sehr begrenzt und wenn die eine Person ein Wort benutzt kann es das eine bedeuten aber auch das andere.
00:17:25: und dann passiert noch manchmal Missverständnis sozusagen.
00:17:29: Oder auch so eine Bibelübersetzung ist dann plötzlich irgendwie doppelt, solang wieder englische Text.
00:17:34: Weil man das alles noch mal beschreiben muss mit einem Satz was eigentlich nur ein Wort gewesen wäre im Englischen zum Beispiel oder in Deutschland.
00:17:39: Ah ja?
00:17:41: Kannst du dich an ein sprachliches Missverständnis erinnern?
00:17:44: Das irgendwie...
00:17:46: Ja also zum Beispiel irgendwie Bell Heavy heißt so mein Bauch ist schwer eigentlich wörtlich übersetzt Aber warum jetzt genau?
00:17:57: Weiß man nicht.
00:17:58: Vielleicht hat die Person irgendwie Bauch wie oder so, aber vielleicht ist der Person auch was gerade über die Leber gelaufen ... Oder irgendwie macht sich Sorgen... Also man sieht schon, das werden sind drei verschiedene Sachen, aber eigentlich beschreiben wir alle mit dem Ja ich hab halt Bell Heavy beschrieben und das dann herauszufinden, warum die Person mir jetzt sagt dass sie das so empfindet.
00:18:19: Das ist da ein bisschen die Beziehungsebene, die man aufbauen muss oder wo man auch offen sein muss.
00:18:25: Oder zum Beispiel ganz praktisch für Spinat oder jegliches Grünpflanze, wo man die Blätter kocht.
00:18:33: Da gibt es ja ein paar verschiedene Nähre, ganz verschiedene Sorten und am Markt hießen sie alle Kumu.
00:18:40: Alle!
00:18:41: Aber wenn natürlich haben die alle einen spezifischen Namen aber vor allem in der Lokalsprache?
00:18:45: Aber auf Tokpi-Sin haben die keine... Also dann kommt man auch nicht sagen, ich will Dis oder Dis.
00:18:49: Sondern musst du da mal draufdeuten sozusagen und die Leute hätten es auch nur in ihrer eigenen Sprache gewusst was das jetzt genau heißt.
00:18:55: also irgendwie Das ist vielleicht manchmal so.
00:18:58: ja wenn dann fragst du ja, was esse ich hier eigentlich?
00:19:00: Was hast du für mich gekocht?
00:19:01: Ja da ist Kumu drin.
00:19:03: Achso ja das sehe ich.
00:19:04: aber was genau ist ein bisschen Das ist dann fast ein bisschen schade.
00:19:10: Hast du dann auch eine der Landessprachen-Nebentockpiesin gelernt?
00:19:16: Nee, ich hatte nur immer oberflächliche Kontakt damit.
00:19:19: Also das wäre auch wirklich noch mal einiges schwieriger gewesen.
00:19:21: also weil die wirklich... Auch die haben da wirklich komplexe Kramatik und komplexes Struktur sind auch wirklich sehr, sehr unterschiedlich.
00:19:28: Es gibt wirklich Sprachen, die sind nur ein paar Kilometer vielleicht fünfzig Kilometer voneinander entfernt, die Sprachgruppen aber sind so unterschiedlich wie Deutsch und Japanisch.
00:19:37: Also es ist nicht mal so, dass ein anderer Dialekt oder eine andere romantische Familie ist.
00:19:41: Wo man sagt, portugiesisch-spanisch, dann kommt man schon rein.
00:19:45: Sondern wirklich sehr, sehr anders.
00:19:47: und ja ich hab immer versucht wenn ich mit einem Musikkurs oder eben mit dem Aufenthalt mal irgendwo war immer ein Wort so gut nach, so gut morgen zu lernen weil da haben sich immer sehr gefreut die Leute.
00:19:57: aber das sind wir sehr schön, wenn man das dann gesagt hat.
00:20:00: Aber ja... Das war auch das Schöne dadurch.
00:20:03: Wir waren ja ein landeskirchliches Projekt, wo Menschen aus der gesamten Landeskirche von Papua und Eugenia zusammengearbeitet haben.
00:20:11: Die natürlich aus verschiedenen Brachgruppen kommen.
00:20:14: Und deswegen war es eigentlich immer der Fall dass Tokpisin unsere Arbeits- und Beziehungssprache war.
00:20:19: also die konnten ja untereinander auch nicht miteinander reden in ihrer Lokalsprache.
00:20:24: Deswegen war Tokpizin eigentlich immer verbindend.
00:20:30: Wie hat dann so dein Arbeitsalltag ausgesehen?
00:20:33: Du kamst jetzt nach deiner ersten Orientierungswoche wieder zurück nach Leih und wie hat dein Leben da ausgesehen?
00:20:42: Das war erstmal ein bisschen herausfordernd, weil es im Vergleich zu anderen Einsatzstellen wo man vielleicht in der Schule ist oder irgendwas konkret vor Ort mit geregelten Arbeitszeiten hat.
00:20:52: War das bei mir nicht der Fall.
00:20:53: also richtigen Arbeitalltag gab's in der Form nicht, weil wir projektbezogen gearbeitet haben.
00:20:59: Wir hatten ja diese Musikkurse, wo wir immer für eine Woche sozusagen eine Gemeinde aufgesucht haben oder einen Dekanat die dann das ausgerichtet haben den Musikkurs und wir sind als Trainer gekommen und haben sozusagen die Kurse gegeben.
00:21:14: Das war ein deutscher Diakon und so vier bis fünf Freiwillige aus Papua Neuginéa, die das auch mit sehr großen Einsatz- und Motivationen gemacht haben.
00:21:25: Die haben vor allem die inhaltliche Arbeit gemacht.
00:21:30: Dann ging es natürlich auch darum, die vorzubereiten.
00:21:32: Das war dann auch viel meiner Aufgabe ganz simpel, Kopien für Noten zu erstellen.
00:21:39: Jeder Kursteilnehmer hat ein kleines Häftchen bekommen wo die Kursunterlagen drin waren und wo er sich ein bisschen Notizen machen konnte.
00:21:46: Die Kurszertifikate, die es am Schluss auch gab, davor zu bereiten.
00:21:51: Ich habe mich als das mal zeitlang nicht so viele Kurse gehabt, habe ich mich daran gesetzt Textbuch zu überarbeiten.
00:22:00: Also es gab ein kleines Buch, wo sozusagen die Musiktheorie, die wir unterrichtet haben auch beschrieben war.
00:22:06: Das nochmal zu überlegen wie kann man das noch besser strukturieren?
00:22:11: Genau und ich hatte dann auch in der zweiten Jahreshälfte viel mit der Posaunenschule von Papaneuginia zu tun.
00:22:20: Die ist ganz lustig.
00:22:21: In Papaneuiginia gibt's Posaunun-Köre so wie sie es auch in vielen evangelischen Gemeinden Bayern und Deutschland gibt.
00:22:29: Und da gab's auch jemanden, der sich darum kümmert, dass die gute Kurse bekommen und sich fortbilden können.
00:22:35: Den hab ich danach unterstützt.
00:22:37: Aber das war zum Beispiel ein Beispiel, dass man als Freiwilliger mal schauen kann, was man macht.
00:22:43: Nicht nur wartet, dass einem Aufgaben gegeben wird, sondern schaut, auf was hab ich Lust?
00:22:49: Bei mir war Posaun gespielt um einen Hobby, das mir viel Spaß gemacht hat.
00:22:53: Da gibt es eine Posaunschule von der Kirche ... Die freuen sich auch, wenn man da mitwirkt und wenn dann ein Freiwilliger kommt.
00:23:00: Und genau!
00:23:01: Dann konnte ich auch so meinen Arbeitsalltag erweitern.
00:23:04: Okay das heißt du warst dann im Land unterwegs?
00:23:06: Mit dem Team?
00:23:07: Und die habt ihr Workshops gegeben?
00:23:10: Wie hat denn zu dieser Workshop-Alltag ausgesehen?
00:23:13: Wer war dabei?
00:23:14: Wer waren die Teilnehmenden?
00:23:16: Und wo wart ihr überall?
00:23:19: Das war immer unterschiedlicher District weil es auch darum ging so bisschen die verschiedenen Regionen abzudecken.
00:23:25: Der Kurs war immer von Montag bis Sonntag.
00:23:29: Meistens sind wir schon am Sonntak vorher angereist, haben uns schon mal ein bisschen Set-up gemacht und meistens dauert die Fahrt in Papineuginé auch recht lang.
00:23:36: Dann ging es eigentlich am Montag los.
00:23:38: Das war relativ klar strukturiert mit einer Morgenandacht.
00:23:42: Vormittags gab's einen Theorie Teil wo diese richtig Akkorde gelernt haben wie sie den Moll und Durakord aus, weil das ja fürs Gitarre spielen und für das Klavierspiel durch das Wichtigste zu wissen Wie kann ich ein gutes ... Kann ich ein Lied begleiten?
00:23:57: Wie sieht ein Takt aus, was für Taktearten gibt es.
00:24:00: Also richtig so bisschen, was man in der Musikunterricht lernt und am Nachmittag wurde das dann in die Praxis umgesetzt.
00:24:07: da gab's dann Gitarren- und Klavierunterricht.
00:24:09: wie drücke ich die Tasten, wie komme ich dazu recht, wie setze ich das um?
00:24:14: Und am Abend gabs immer noch einen Chor wo wir auch mehrstimmig zum Teil gesungen haben und dergleichen Und da durfte ich dann auch viel den Chor anleiten.
00:24:25: So ging es eigentlich jeden Tag weiter, am Ende gab's sogar einen kleinen Test, den sie geschrieben haben und gab eine feierliche Übergabe der Zertifikate und noch ein Abschlussgottesdienst.
00:24:38: und dann sind wir wieder nach einer Woche sozusagen weitergezogen und die Teilnehmer waren So wie es in der Jugendarbeit im Papua New Guinea ist relativ breit gestreut.
00:24:48: Also grob habe ich immer gesagt, vierzehn bis vierzig weil im Papa New Guinea eher so der Jugendbegriff sich darauf orientiert haben die Leute schon Kinder oder nicht sozusagen.
00:25:00: also du kannst als kinderlose Person Kannst du auch noch länger bei Jugendarbeiten mitmachen und Genau deswegen waren ja auch zum Teil deutlich älter als ich war das war es achtzehnjähriger Und waren meistens die jungen Leute von vor Ort aus dem Dorf oder den Nachbarregionen, die auch durchaus da sich angestrengt haben an dem Kurs teilzunehmen.
00:25:23: Die hatten wann noch sehr motiviert weil das für dich schon auch was Schönes war kommt jetzt nicht immer sowas vorbei?
00:25:29: und die wollten echt auch etwas tun.
00:25:34: Wenn du dann wieder zurückgekommen bist welchen Ausgleich zu deiner Arbeit hattest?
00:25:38: Was hast du neben deine Arbeit im Büro und bei den Workshops gemacht?
00:25:43: Was willst du uns davon noch erzählen aus deinem Alltag?
00:25:46: Ja, also natürlich.
00:25:48: Sport war sehr gut.
00:25:50: Da gab es eine Fußballwiese direkt vor unserem Haus wo dann auch immer zu unregelmäßigen Zeiten junge Leute zusammenkamen und dann hat man bisschen gekickt.
00:25:58: Das ist auch sehr schön weil wir da noch ein bisschen mit den Leuten vor Ort in Kontakt genommen gekommen sind.
00:26:03: Ansonsten Backen ist auch so ein Ding als Freiwilliger.
00:26:06: Weil also eine Sache die kann ich wirklich nicht ablegen wenn ich irgendwo ins Ausland gehe sehr schön die Küche vor Ort kennenzulernen und da ganz viel zu essen.
00:26:15: Aber so ein gutes Brot, das braucht es halt dann schon!
00:26:19: Und da hat man echt sich weiterentwickelt.
00:26:21: also da wurden dann auch Sauerteigansätze geteilt und sich darüber ausgeteilt was man noch machen kann und da haben wir ja echt etwas gelernt sozusagen wie man sich dann doch mehr weiter entwickeln kann.
00:26:35: genau.
00:26:35: und auch musizieren ist auch auch sehr schön weil war natürlich Hatte ich ja mein Instrument dabei und die Arbeitskollegen aus dem Musikprojekt waren auch sehr musikalisch und hatten da richtig viel Lust, was zu machen.
00:26:49: Schön!
00:26:50: Und wenn du sagst, du hast dich sehr für die Küche interessiert?
00:26:54: Gibt es irgendein Papo-Neuginisches Rezept oder Gericht das du auch mit nach Deutschland genommen hast?
00:27:01: Puh... Gar nicht so leicht weil man meistens die Zutaten gar nicht so bekommt in der Form.
00:27:07: Also natürlich könnte man's irgendwie mit Dosen, Kokosnuss probieren bieren, aber es ist schwierig.
00:27:13: Ja meistens ist die Küche basiert schon drauf.
00:27:15: also der Charme der Küche ist schon dass dies sehr frische Zutaten sind aus meistens aus dem eigenen Acker oder einem Garten vor Ort gerade vorne halben Stunde geerntet direkt in die Pfanne.
00:27:25: deswegen habe ich wenig mitgenommen Aber so zum Beispiel eine gewisse Zuneigung zur Süßkartoffel hab' ich glaube ich auf jeden Fall mitgenommen weil die schon sehr gute und kochbananen Also wie man die auch für verschiedene Weisen zubereiten kann, das habe ich schon immer sehr wertgeschätzt.
00:27:45: Gab es einen Lieblingsort?
00:27:49: Entweder in Lai oder vielleicht ein anderer Ort in Papunaginéa der dir so im Herzen geblieben ist und an den du uns vielleicht mal mitnehmen möchtest also entweder ein Ort aus deinem Alltag der dir viel bedeutet hat ein anderer Ort, der irgendwie hängen geblieben ist.
00:28:09: Wie hat es dort gerochen?
00:28:11: Wie hat sich das so angefühlt und wie hat's ausgesehen?
00:28:16: Ich glaube da muss ich an die Landesposaun-Schule denken in Rai Pinka.
00:28:23: Das Rai Pinker ist ein Orte im Hochland.
00:28:27: Sprich das ist in Papua New Guinea gibt´s die Küstenregion des Hochlands.
00:28:32: Und das Hochland ist auf über tausend Höhenmetern sprich im Gegensatz zu Küstenregionen, wo es sehr tropisch heiß und feucht warm ist.
00:28:40: War's in Hochland und auch in Reipinka immer sehr angenehm quasi so ein bisschen wie bei uns im Frühjahr.
00:28:46: Und sprich wenn man gewohnt war jeden Tag diese schwule Hitze mitzunehmen und mehrere heftige Regenschauer und dann kommt mal ins Hochland.
00:28:56: Es ist frisch und ein klarer Wind kommt dir entgegen und du kannst unbeschwert draußen rumlaufen weil dich nicht die Hitze drückt war das immer so ein richtiges, befreiendes Gefühl da unterwegs zu sein.
00:29:11: Und dort in Rai Pinka gab es auch wenig Bewaldung.
00:29:16: Es war sehr eine Art ... Sehr viele Hügel aber mit so hoch stehenden Gras und man hat sehr weit schauen können.
00:29:25: Das war auch ein Gefühl der Freiheit weil du so hinter dem nächsten Hügel kommt dann noch der nächste Hüggel und genau, das habe ich immer sehr genossen dort Ja Genau.
00:29:37: Und auch der Highlands Highway, die Lebensader des Hochlands, die sozusagen direkt an dem, an der Station vorbeigeführt ist, wo man auch immer wusste okay da kommt noch ... hinter dem Ort kommt noch ein Ort und auch die Größe des Landes sozusagen konnte man da auch ganz gut erleben.
00:29:52: sozusagen ja.
00:29:54: Ja jetzt ist ja auch nicht jeder Tag leicht ne?
00:29:57: Und gab es Situationen in denen du dich mal fremd gefühlt hast oder auch Momente, in denen du so an deine persönlichen Grenzen gekommen bist und wenn ja wie bist du dann damit umgegangen?
00:30:11: Also es gab schon eine Phase vor allem im Dezember oder November wo mein Betreuer war auf Heimat Urlaub sozusagen meinen Mentor.
00:30:21: Und zu der Zeitpunkt gab's auch ein bisschen organisatorische Probleme mit den Musikkursen sprich nach der ersten Anfangseuphorie und wo man dann ins Tun gekommen ist gab's auch mal eine Phase, wo es weniger zu tun gab.
00:30:36: Und dann da in den Arbeitsalltag zu kommen und in die Motivation zu kommen, zu sagen hey ich such mir jetzt was und ich baue mir jetzt etwas auf und ich suche mich jetzt cool Sachen nicht machen kann.
00:30:49: Das ist mir in der Zwischenzeit auch mal ein bisschen schwieriger gefallen.
00:30:54: Dann war natürlich die Versuchung nahe in so eine Negativstule zu kommen, dass man sich überlegt.
00:31:01: Hey ja okay jetzt bin ich hier!
00:31:02: Jetzt gibt's nicht das was ich eigentlich machen wollte.
00:31:05: Was mache ich überhaupt?
00:31:06: Und jetzt irgendwie... keine Ahnung alles irgendwie negativ sozusagen.
00:31:14: Aber da hat es natürlich sehr geholfen dann auch wieder mit anderen Leuten Kontakt zu kommen Auch mal mit freiwilligen sich darüber auszutauschen.
00:31:22: Da haben wir dann auch recht schnell festgestellt, dass es durchaus ein Phänomen ist, das einem auch mal passieren kann in dem Freiwilligendienst.
00:31:30: Dass man mit der Gesamtsituation gerade nicht so zufrieden ist und sich dann bisschen mehr wieder aufzurappelt und zu sagen hey aber ich kann ja doch was tun und zu fragen wer sind die Leute eigentlich, die mir dabei helfen können?
00:31:44: Und wo kann ich mich einbringen?
00:31:49: Ich hab in dem Fall zum Beispiel dann auch mal geschaut beim Mitfreiwilligen im Projekt, ob es da auch was zu tun gibt sozusagen.
00:31:56: Und dann gab's z.B.
00:31:56: auch mal den Computerkurs wo ich... Da haben wir so Excel-Funktionen und Word-Layouts mit Mitarbeitern der Kirche von Papandolginäer geübt.
00:32:10: Das war jetzt nicht das, was in meiner Aufgabenbeschreibung ursprünglich stand aber ich dachte mir, das freu' ich auch ganz nett!
00:32:14: Es war auch spannend weil es dadurch sehr Unterschiede gab von denen die Die Mitarbeitern, die aus der Stadt kamen.
00:32:20: für die war das total easy und sie haben uns gefragt was wir ihnen hier erzählen.
00:32:24: Das ist andere, die überhaupt nicht gewohnt waren um da diese Spannungsbreite zu sehen sozusagen.
00:32:31: aber so ist es ja wenn man Menschen was beibringt, dass es gewisse Unterschiede gibt.
00:32:37: Okay also das heißt du hast dann geschaut wo gibt's Möglichkeiten wie kann ich mich einbringen?
00:32:46: Platz gefunden oder so.
00:32:47: Bin ein bisschen wieder ins Tun gekommen, genau und dann kam eben dieser Kurs, diese Computerkoste ging ich sogar für zwei Wochen.
00:32:54: da war ich dann erst mal wieder gefordert Und dann gab es, dann waren auch schon Weihnachten vor der Tür und so und dann kann man wieder so ein bisschen... Es war dann wichtig wieder so eine Routine zu entwickeln und nicht zu sagen ja jetzt ist hier nichts zu tun.
00:33:08: Das war das Problem Dass ich abhängig davon war, dass Projekte reinkamen.
00:33:12: Es gab keine Schule oder kleine klare Struktur, wo du ständig was zu tun hast, wo immer klar ist, was du zu tun hasst.
00:33:18: Du musst dir auch so ein bisschen manchmal selber die Aufgaben suchen.
00:33:23: Und jetzt hast du gerade Weihnachten gesagt?
00:33:26: Wie hast du denn Weihnachten verbracht?
00:33:28: Das war sehr schön!
00:33:29: Wir sind nach Kaka gefahren.
00:33:31: Das ist eine Vulkaninsel, die ist ein bisschen vorgelagert von der Hauptinsel Neugenäher und es ist ein ganz großer Vulkan Und sehr fruchtbar, sehr schöne Gärten.
00:33:45: Sehr reichhaltig alles irgendwie.
00:33:47: Man hat das Gefühl man muss nur irgendwas fallen lassen und dann sprießt gleich eine große Pflanze.
00:33:56: Wir kannten dort eine Deutsche die einen New Guinea geheiratet hat auf Kaka und dort eine Kakao-Planthage betreiben.
00:34:06: Die war so nett uns einzuladen haben wir dort Weihnachten gefeiert.
00:34:11: Wir waren aber sehr schön.
00:34:12: am Weihnachtsgottesdienst, waren wir von dem Pfarrer vor Ort eingeladen und haben da sogar auch übernachtet und haben dann am Krippenspiel gleich einspringen dürfen als die drei Könige aus dem Morgenland.
00:34:29: oder die drei Weisen aus dem Morgenland, sondern die drei weisen, die jetzt hier aus Deutschland gekommen sind.
00:34:34: Weißen nicht weißen?
00:34:35: Ja
00:34:36: genau!
00:34:36: Die haben dann sehr spontan auch da mitgewirkt und es hat aber ... war sehr schön, weil's auch die Kinder sehr gefreut hat, die dann da die Hürden gespielt haben und wir waren dann die drei Waisen.
00:34:47: Und ja das ist ein sehr schönen Heiligabend in Erinnerung.
00:34:54: Also da hast du Gemeinschaft gespürt.
00:34:57: Ja, ich hab mich so auch so willkommen gefühlt.
00:34:59: Weil der Pfarrer den hat mir ein paar Mal gesprochen irgendwo und dann hat er gesagt, komm's mal, komm' es einfach.
00:35:06: Wir sind ja auch dabei.
00:35:09: Zu dem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass wir auch Teil des Krippenspiels sind.
00:35:11: Das war so bisschen ... vielleicht auch nicht ganz angekommen oder ... Genau!
00:35:17: Und ich fand das einfach superherzlich, dass die da gleich so integriert waren.
00:35:22: Auch wieder vertraut also.
00:35:23: Es war ja auch ... ganz normaler Weihnachtsgottesdienst, so wie ich es auch hier kenne.
00:35:29: Also mit derselben Geschichte, der selbe Erzählung und der selben Werten, selber Glaube auch, den wir zusammengespürt haben.
00:35:36: Und dann hat man sich auch mit den Kindern und den Teilnehmern des Gottesdienstes vor Ort auch irgendwie verbunden gefühlt.
00:35:42: zu von wegen klar ist das jetzt eine Truppeninsel ganz weit weg.
00:35:50: Wir machen hier mit aber die sind willkommen und freuen sich dass wir da sind
00:35:55: Und es gibt eben eine Gemeinschaft.
00:35:56: Genau, genau und in die ähnliche Einstellungen.
00:36:03: Wenn du jetzt noch mal so oft das ganze Jahr schaust... Wann kam für dich der Punkt an dem du gespürt hast?
00:36:09: Ich bin hier nicht nur zu Besuch sondern ich gehöre auch dazu und lässt sich für dich überhaupt so einen Moment festmachen oder hast du erst im Rückblick verstanden dass du ihm nicht nur zur Besucht warst oder...?
00:36:25: schon so mit Weihnachten danach, wo man dann auch immer mehr sich selber machen konnte und ein bisschen mehr verstanden hat.
00:36:33: Was geht hier vor sich?
00:36:37: Danach war gleich diese Node, wo ich einen Posauncore mitspielen durfte.
00:36:41: Und fand ich super schön, dass ich da aufgenommen wurde und sagen würde, wir haben eine Posauna, du spielst auch Posaune, komm mit!
00:36:48: Da war ich dann schon so ein Teil, das ich dabei bin.
00:36:51: Wobei man schon auch sagen muss, dabei sein... Es ist dabei sein, aber man hat schon eine Rolle.
00:36:59: Man ist dort als Freiwilligensleister für ein Jahr.
00:37:03: Man kommt aus Deutschland und geht auch wieder zurück.
00:37:08: Man wird immer eine Art Gastrolle.
00:37:11: Die ist aber hilfreich für einen, weil sich mit manchen Sachen vor Ort so schwerfallen.
00:37:19: sich da einzufühlen oder das zu verstehen, dass es dann einmal auch wieder für einen selber aber auch für die anderen Personen vor Ort helfen kann.
00:37:25: Zu sagen ja du bist eben Gast.
00:37:29: Magst Du da mal ein Beispiel bringen?
00:37:31: Also ganz ganz speziell waren's wenn ich um die Themen so Hexerei glaube oder so glauben an überirdische Kräfte jetzt abseits der bietischen Botschaft ging.
00:37:46: Also das ist in Papua und Legionär durchaus ein großes Thema, immer wieder aufflammt an verschiedenen Orten, dass es die Vorstellung gibt, dass spezielle Menschen, spezielle Kräfte haben, die jetzt irgendwie das Wasser ändern können oder die Menschen töten können und was Schlechtes wollen sozusagen oder auch, dass bestimmte Menschen von bösen Kräften besessen sind.
00:38:11: Und das fand ich durchaus spannend, weil ich mit meinen Arbeitskollegen sehr eng war und auch das Gefühl hatte ja die sind voll an der Zeit.
00:38:20: Die sind voll cool unterwegs.
00:38:23: Die haben coole Kleidung, coole Style, cool Musik machen.
00:38:29: Aber wenn sie dann irgendwann mal nach ein paar Monaten saßen wir am Abend zusammen und dann haben Sie mal erzählt Da war ich erst so, wenn mir das jetzt jemand der Deutschlandsherr würde sagen.
00:38:39: Ja da ist irgendjemand, der verzaubert jemanden oder der hat irgendwie Kräfte die man nicht versteht.
00:38:45: Würde ich sagen ja das war jetzt erstmal wie als Witz gemeint oder es ist irgendwie eine Gruselgeschichte.
00:38:49: aber dann habe ich mit so ein bisschen so okay krass die sind ja... Da ist schon größerer Respekt und auch Angst davor, die ich aus diesen Geschichten gehört hab.
00:38:59: Und da war ich wirklich irgendwann mal so baff.
00:39:02: also weil Also in deutscher Nieder mit so konfrontiert war, dass Menschen mir das zu krass geprägt waren davon sozusagen von diesem Glauben an und übernatürlich Kräfte.
00:39:16: Und ja dann haben sie auch schnell gesagt Ja Joel klar, dass du das jetzt nicht so einordnen kannst weil ja in Deutschland da ist natürlich wie anders, da habt ihr es nicht so.
00:39:27: und dann war ich auch für mich so ja klar die sind damit aufgewachsen.
00:39:31: Das ist ein ganz anderes Thema.
00:39:35: Ich muss auch nicht das so empfinden können wie sie.
00:39:38: Und ich will das auch nicht im Hinblick darauf verstehen, wie sie es verstehen.
00:39:43: Okay aber der Kontext ist einfach ein anderer.
00:39:45: also dein Horizont hat sich da praktisch geöffnet und du hast einen neuen Blick auf die Welt oder so?
00:39:54: Ja,
00:39:54: dass es durchaus ein Thema ist was man sich in Deutschland nicht vorstellen kann.
00:40:02: Du hast jetzt schon ... Erzähl, du hast da Gemeinschaft gespürt.
00:40:05: Du hast irgendwie mit deinen Kollegen was zu sehr eng.
00:40:09: Möchtest du uns mal so ... Erinnerst du dich an Menschen, mit denen du gearbeitet hast?
00:40:14: Mit denen du Zeit verbracht hast?
00:40:17: Wo eine besondere Begegnung heraussteht für dich.
00:40:21: Eine Person die dich besonders beeindruckt hat.
00:40:24: Willst du uns die mal vorstellen diese Person?
00:40:27: Äh ja!
00:40:29: Ganz spontan fällt mir jetzt der Peter Konger ein.
00:40:31: Das war der District Jugendleiter oder Jugendverantwortliche, Jugendreferent der Region Mount Hagen und das war jetzt.
00:40:42: als Jugendleitter war er schon bisschen älter aber er war sehr engagiert hat sich sehr stark eingesetzt immer und wollte Dinge vorantreiben und der hat mich wirklich sehr beeindruckt weil er auch immer eine sehr energische Art hatte, Sachen vorzubereiten und Sachen voranzubringen.
00:41:02: Und wollte mal viel machen aber auch eine sehr herzliche Art auf die Leute zuzugehen.
00:41:07: Und ich glaube das was mich am meisten inspiriert hat war einfach dass er wenn der Konferenz haben wir ein Zimmer geteilt und langsam wach geworden und da sich das geschält alle Erste was er macht ist zu beten.
00:41:25: Also, er hat sich die Augen aufgeschlagen und für ihn war Sonntag, zack.
00:41:29: Okay?
00:41:29: Jetzt erst mal so ein Art ... Morgengebet, dass er erstmal reinkommt in den Tag.
00:41:34: Und das fand ich sehr inspirierend.
00:41:36: Da war ich so okay krass.
00:41:39: Der hat irgendwie seine Mitte gefunden.
00:41:41: Und der hat was Großes, was ihn antreibt.
00:41:44: Das hat mich sehr, sehr inspiriert.
00:41:47: spirituelles Vorbild, oder?
00:41:49: Genau quasi.
00:41:51: Er wusste was tut ihm gut und seine Basis auf die er aufbauen kann.
00:41:58: Hatte auch von sehr frei erzählt und war klar.
00:42:03: Das fand ich sehr schön.
00:42:06: In welchen Momenten hast du dich in dem Jahr besonders verbunden gefühlt?
00:42:11: Magst du uns mal von der Jugendkonferenz erzählen, auf der du warst?
00:42:15: War das da wo du mit
00:42:17: Ja, genau.
00:42:17: Mit Peter war ... Das war auch sehr lustig, weil ich da ein bisschen hineingeworfen war und auch so, ja, schau's dir mal an, fahr mit, lern mal die Leute kennen, das ist sicher cool!
00:42:32: Und da war es richtig schön, weil wir ... Die Jugendkonferenz hat einen Ort ein bisschen weiter weg von Lei stattgefunden, sprich du musst erst einmal im Schiff wohin fahren und dann nochmal zwei Stunden beim Auto den Berg hoch.
00:42:46: Und als wir zu dieser Junkkonferenz gefahren sind, dann sind wir im Schiff von Lay losgefahren.
00:42:51: Viele Leute kamen auch aus dem Hochland für die das durchaus eine größere Nummer war da dieses Schiff zu betreten.
00:42:59: Zwar alles ein bisschen shaky und so richtig wohlgefühlt haben sich alle nicht die meisten.
00:43:06: Die Leute, die von der Küste kamen eher schon aber genau.
00:43:10: Trotzdem haben wir angefangen zu singen und Musik zu machen um eine gute Stimmung sozusagen an Bord zu haben und haben dann auch so eine Jugendfahne gehisst an Bord.
00:43:20: Und sind dann sozusagen in die Dunkelheit gefahren, das fand ich sehr prägend.
00:43:28: In
00:43:28: die Dunkeleitwelle über Nacht?
00:43:29: Genau, über Nacht ist das Boot gefahren sozusagen.
00:43:31: Also bis in der Früh sind wir dann angekommen am Ziel.
00:43:35: Das war sehr prägend diese Gemeinschaft zu erfahren mit den vielen Leuten nicht kannte wo ich reingewürfelt war.
00:43:43: Es ist ein schöner Moment, wo ich noch lange zurückdenke.
00:43:48: Und jetzt mit Abstand gefragt?
00:43:50: Ich meine es jetzt zehn Jahre her, wo wirk diese Verbundenheit heute in deinem Leben und gibt es Menschen, mit denen du weiterhin in Kontakt bist oder Erfahrungen, die dich bis heute prägen?
00:44:04: Also natürlich hat man mit den Menschen vor Ort immer noch bisschen Kontakt mal wieder auf Facebook.
00:44:09: Ist da noch das Mittel der Wahl, kriegt man auch immer wieder Updates sehr kontaktfreudig.
00:44:14: Also du kriegst öfters mal in der Nachricht auch nur so ein kleines, so how are you?
00:44:18: Und nun mal abchecken bist du noch da?
00:44:21: ja und natürlich auch mit den ehemaligen Freiwilligen, mit dem man ja auch den Weg zum Gewissengrad zusammengegangen ist.
00:44:30: Man hat sich oft ausgetauscht, die Vorbereitung zusammen hatte, die Zwischenseminar zusammen, man hatte die Nachbereitungen zusammen, hat sich sehr gewandelt, denn im Jahr hat viel erlebt und das auch viel reflektiert miteinander.
00:44:42: Und das war auch eine sehr wertvolle Gemeinschaft, mit dem man auch mit einigen noch weiterhin teilt sozusagen.
00:44:50: Mit denen man weiter in Kontakt ist ja.
00:44:53: Und du bist ja dann später auch nochmal nach Papunaginnäher gereist
00:44:56: oder?
00:44:56: Genau!
00:44:57: Das war für mich sehr wichtig weil es so bisschen den Abschiedsprozess nochmal abgerundet hat würde ich sagen.
00:45:03: Weil es schon irgendwie so war zu dem Zeitpunkt wo der Abschied näher rückte und das Jahr vorbei war da lief's grad richtig da hatte ich plötzlich richtig viele Kurse.
00:45:13: Da hatte ich sogar mehrere Kurse hintereinander, wo ich dann noch daheim war, weil ich von Kurs zu Kurs gefahren bin und da war ich richtig im Team drin.
00:45:20: Ich kannte die Gut, ich wusste wie sie arbeiten, ich kannte diese Kurse gut.
00:45:24: also ich wuste auch, äh ... ich kann da einen guten Musikkurs machen.
00:45:28: Da war ich so voll.
00:45:29: okay jetzt habe ich am Anfang eine Hungerperiode gehabt, wo eigentlich noch gar nicht wusste was ist und jetzt grad wo es richtig läuft muss ich jetzt fahren.
00:45:36: Ähm das war natürlich so vorgebucht und nicht enderbar.
00:45:41: Deswegen war es dann so, ich musste ja auch wieder nach Deutschland um einen neuen Lebensabschnitt zu starten aber das hat sich ein bisschen unfertig angefühlt zum gewissen Grad also irgendwie jetzt nicht rausgerissen weil ich wusste ja eigentlich dass es kommt aber so ein bisschen verdrängen tut man's ja dann doch und deswegen war es da nochmal super wichtig.
00:46:02: nach zwei eineinhalb Jahren habe ich in den Ostern-Semester in Singapur gemacht was jetzt natürlich nicht ganz in der Nähe ist aber schon mal auf der Hälfte des Weges und habe mich dann nochmal aufgemacht, bin von Indonesien aus über den Landweg nach Papua New Guinea eingereist.
00:46:16: Und dann noch mal einige Orte meines Freiwilligenjahres.
00:46:21: sozusagen habe ich noch einmal besucht, noch ein paar Leute getroffen die sich auch alle sehr gefreut haben und sehr herzlich waren.
00:46:28: es hat sich natürlich erstaunlich wenig geändert man hat sich vor allem selbst geändert in den zweieinhalb Jahren.
00:46:32: das war auch sehr spannend zu sehen und zu wissen ja du bist nicht mehr da Aber da gibt's immer noch viele Menschen und die Welt dreht sich weiter.
00:46:47: Und viele Menschen, mit denen du eben auch eine Geschichte hast?
00:46:51: Genau.
00:46:51: Mit denen du in dem Jahr was erlebt hast...
00:46:54: Ja.
00:46:55: Was war dann das als du zurückgekommen bist, wo du sagst, endlich esse ich das mal wieder oder endlich höre ich dieses Geräusch wieder, endlich rieche ich das wieder?
00:47:04: Gibt es da irgendeinen Sinnes-Eindruck der dir so ... Den du einfach mit Papandogenär verbindest und den du vermisst hast dazwischen.
00:47:14: Und erst wieder dort warst, hattest du denn wieder?
00:47:17: Gibt's da irgendwas?
00:47:18: Ja!
00:47:19: Ich glaube es sind die Biscuits.
00:47:22: Das ist ganz lustig.
00:47:23: in Papandogener gibt's immer so Kekse, die so gesalzen oder auch gewürzt sind meistens eher herzhaft.
00:47:30: Und das ist irgendwie der Renner dort.
00:47:33: Es gibt's glaub ich in anderen Ländern nicht unbedingt.
00:47:35: Da gibts die zehn verschiedenen Sorten und Flavors und so.
00:47:40: Und dann wieder in einen kleinen mini improvisierten Markt zu gehen, also einen kleinen Verkaufsstand am Straßenrand und da für fünfzig Cent eine Kickspackung zu kaufen.
00:47:51: Die natürlich viel zu salzig sind und so.
00:47:53: aber da reinzuweißen das war schon... ...und auch den Wandel zu sehen von Indonesien ist ja die gleiche Insel sozusagen West Papua, aber sehr wuselig viele Scooter, viele Roller, Motorräder und ganz viel Verkehr.
00:48:08: danach bin ich näher zu kommen, wo es wesentlich weniger Autos gab zu dem Zeitpunkt.
00:48:12: Und das alles bis ruhiger war.
00:48:14: Das war auch ein Gefühl, wo ich mir dachte ja okay jetzt bin ich wieder da.
00:48:18: Hast
00:48:20: du dann auch so ein bisschen wie heimkommen?
00:48:22: Wie nach Hause kommen oder... Ja
00:48:24: auch wenn's ... wenn es gefühlt natürlich nicht so leicht ist, für andere sozusagen das zu fühlen.
00:48:29: Weil Papineer auch nicht so zugänglich ist als Tourist sozusagen.
00:48:33: was für mich dann zu dem Zeitpunkt fast zugänglicher ist es vielleicht zu bereisendere Indonesien.
00:48:40: Hattest du euch in dem Jahr auch Besuch von Freunden oder Familie?
00:48:46: Nee leider nicht.
00:48:48: Das hat sich leider nicht ergeben.
00:48:51: Ja ich war da mit meinem Mitfreiwilligen unterwegs um Urlaub
00:48:55: Und du hast ja jetzt auch gesagt, als du dann wieder zurückgekommen bist, dass du dich selber verändert hast und du hast auch schon vorher berichtet in dem Jahr das du dich da ja auch verändert hast.
00:49:09: Wenn du jetzt zurückblickst kannst du sagen was sich durch dieses Jahr in dir verändert hat?
00:49:14: Und wenn du an die Werte oder Eigenschaften denkst, die dich auch durch dieses jahr getragen haben welche waren das?
00:49:21: Und haben sie sich verändert oder noch mal vertieft.
00:49:25: Also ich glaube so ein gewissen Grad, so eine Ruhe dass die Dinge schon werden.
00:49:32: Dass es jetzt nicht gleich passieren muss das ist auch mal an Dingen auch Zeit geben kann, dass man auch mal bisschen sich irgendwo durchbeißen muss.
00:49:43: Auch so einen gewissen grad so in der Art Ja, so ne zeitliche Gelassenheit würde ich sagen weil Papandeginéer oft Zeit anders bemessen wird wie hier.
00:49:55: da wartet man auch mal irgendwo, dann ist das gar nicht klar wann man kommt oder man kommt halt zu einer gewissen Zeit.
00:50:03: Aber genau und das hat mir durchaus geholfen und hilft mir weiterhin so in der dem Umgang auch in Deutschland sozusagen gelassener auf Dinge zu schauen sozusagen und auch ein gewisses Artenart Gott vertrauen habe ich beigebracht bekommen.
00:50:21: also Dort habe ich dort was durchaus üblich, dass man vor einer Busfahrt hier natürlich auch über welche Bergpässe führt und über Straßen die vielleicht nicht immer im besten Zustand sind.
00:50:33: Dass man dann erstmal nochmal gemeinsam im Bus alle beten und dann fährt mal los.
00:50:38: Und ich glaube so eine Art Gottvertrauen, dass die Dinge auch immer wieder auch schon passieren ohne das sich alles in der Hand hab.
00:50:49: Das ist glaube ich auch ein großes Geschenk, erlangt habe und jetzt immer noch weitertragen darf.
00:50:57: Und ja, jetzt sind wir wieder in Deutschland!
00:51:01: Wir sind jetzt in ... ... im Jahr zwanzig sechsundzwanzig.
00:51:06: Denkst du das die Zeit aus deinem Freiwilligendienst auch berufliche Entscheidungen geprägt haben oder auch dein gesellschaftliches Engagement in Deutschland auch beeinflusst?
00:51:18: Also ich glaube vor allem gesellschaftlich würde ich sagen, beruflich als Verkehrsinjunieur weniger.
00:51:27: Ja, im Gegensatz ... Nee, die Leute haben immer gesagt, ich soll bitte Pfarrer werden?
00:51:32: Aber habe ich mich dann dagegen entschieden.
00:51:35: Aber vor allem gesellschaftlich!
00:51:36: Also es war sehr prägend und auch der Mehrwert des Glaubens hab' ich wirklich dort erst erfahren sozusagen so als Jugendlicher.
00:51:45: da geht man halt irgendwie damals zum Konfi und dann macht man da ein bisschen mit weil's ja alle machen und weiß vielleicht so der Weg ist aber Inzusehen von den Menschen Papandogenia, welchen Mehrwert ihnen dieser Glauben gibt.
00:51:59: Welches Vertrauen?
00:52:00: Welche Ruhe und welche Gelassenheit?
00:52:04: Welcher Freude sie dadurch erfahren... Das ist was ich wirklich mitgenommen habe!
00:52:09: Und dann auch in meinen gesellschaftlichen Engagement.
00:52:12: Ich bin danach dann in die öffentliche Jugend da ganz viel gemacht weil ich ihm wusste das ist ein Ort wo man wieder eine Gemeinschaft spüren kann.
00:52:18: Wo man sich weiter lernen kann an sich und wo man mit Menschen in Kontakt treten kann, wo es aber auch den Raum gibt für spirituelle Erfahrungen in der Gemeinschaft.
00:52:30: Und das war dann durchaus prägend dadurch aus der Zeit daraus zu sagen ich mache jetzt was an einem Ort wo ich ähnliche Dinge erleben kann.
00:52:40: Ja und jetzt bist du ja ziemlich frisch auch hier in der Synode und hast dort ja auch eine besondere Aufgabe?
00:52:49: in der Bayerischen Landeskirche.
00:52:51: Genau, ich bin Schriftführer im erweiterten Präsidium.
00:52:55: mitwürfen ja.
00:52:56: Vielleicht kannst du mal kurz auch erklären was ist eigentlich die Sonode?
00:52:58: Du hast es vorhin schon gesagt, du warst auch ein paar Poneuginär auf der Sonode.
00:53:02: aber was ist das eigentlich?
00:53:03: Also
00:53:04: diese Sonode ist einer der kirchenleitenden Organe der Landeskirschen und der Herr von Kirchenlandeskirchen im Bayern und kann ganz grob gesagt mit einem Kirchenparlament verglichen werden.
00:53:15: also es werden Gesetze verabschiedelt Es wird auch der Haushalt beschlossen und diente auch dazu, Leute zu wählen.
00:53:26: Und was hat dich jetzt motiviert, dich da ehrenamtlich zu engagieren?
00:53:30: Und wirklich auf dieses wichtige zeitintensive Amt aufzunehmen?
00:53:36: Ich glaube für mich war ein großer Punkt das ist jetzt gerade wie einem Punkt in einer Kirche wo man viel gestalten muss und kann weil wir viele alte Konzepte langsam immer mehr gedehnt wurden.
00:53:47: Aber die Realität des Kirchenwandels, sie jetzt einholen und man jetzt wirklich mal schauen muss welche Konzepten können wir wirklich weiterentwickeln?
00:53:56: Und das ist einerseits eine sehr große Herausforderung.
00:53:59: Das ist auch ein Abschiedsprozess.
00:54:01: Ist auch ein trauriger Prozess aber es ist auch im Prozess der uns, wo man wirklich was gestalten kann.
00:54:07: Wo man wirklich etwas ändern kann.
00:54:09: Viele Hebel hat und da dachte mir hey eigentlich ein Geschenk, genau in dem Moment mitwirken zu dürfen.
00:54:18: Also wenn man jetzt in einem Prozess ist wo gerade gar nichts sich ändert dann es vielleicht kann sehr langweilig werden nix ändern können.
00:54:24: Genau und der zweite Punkt war für mich auch zu sagen ich habe durch die das freiwillige Jahr bei Mission in der Welt aber natürlich auch durch öffentliche Jugendarbeit Ich hab hier so viel von der Kirche profitiert da wurde so viel wie mich investiert so viele Menschen haben mir ihre Zeit gegeben, haben mich weiterentwickelt.
00:54:44: Haben mich lernen lassen.
00:54:47: Das ist jetzt auch ein Superpunkt um mal was zurückzugeben und sich da auch mal für den Gesamtverein einzubringen.
00:54:56: Wenn wir jetzt nochmal auf den Internationalen Freiwilligendienst gucken... Da werden im Moment auch ziemlich viele Mittel gekürzt.
00:55:04: auf Bundesebene müssen auch viele Kürzungen passieren.
00:55:11: Und wir spüren dir auch hier bei Mission Eine Welt eben, vor allem im Freiwilligen-Programm durch diese Bundesmittelkürzung.
00:55:18: Wie schätzt du denn die Zukunft und auch so die Wichtigkeit der internationalen Freiwilligendienste ein?
00:55:28: Ja, ich würde schon sehr hoffen dass man den Wert sieht dieses Investments in die jungen Menschen Weil ich glaube, es ist ein super Zeitpunkt mit jemanden unter siebenundzwanzig einmal einen Jahr lang so viel lernen lassen zu dürfen.
00:55:46: Weil man sagt der kann dann noch jahrzehntelang Multiplikator sein und soviel weitergeben.
00:55:52: also ich glaub das ist pro investierten Euro und pro investierte Personalschunde eine Möglichkeit, da viel weiterzugeben.
00:56:01: Es ist nicht nur eine Art Bespaßung für jemanden mal sondern es ist wirklich ein Samen der aufgehen kann und das ist natürlich zu wünschen dass es weiterhin gesehen wird.
00:56:13: und ja also junge Leute sind die Zukunft der Kirche und es glaube ich einen Bereich wo man sich schon auch sehr überlegen sollte wie stark man da reingeht.
00:56:27: Und ja, auf bundespolitischer Ebene sind natürlich viele Prozesse am Laufen.
00:56:31: Da kann man nur hoffen, dass die Wichtigkeit gesehen wird.
00:56:36: und eben auch das ist eigentlich für das was man theoretisch rausziehen kann ein relativ gutes Investment ist, ein günstiges Investment auch.
00:56:48: Ja und du bist das beste Beispiel, dass auch gesellschaftliches Engagement danach praktisch gelebt wird so?
00:56:55: Wahrscheinlich hat das auch schon dazu geführt, sich mehr einzubringen.
00:56:58: Ich glaub auch mal untersuchen wie viele ehemalige Freiwillige sich danach auch irgendwo gesellschaftlich weiter einbringen sozusagen.
00:57:06: Das könnte durchaus einen Weiterhilfen.
00:57:11: Okay jetzt zum Abschluss!
00:57:13: Was würdest du jemand sagen der sich für einen freiwilligen Dienst interessiert?
00:57:17: Der jetzt sechzehn, siebzehn ist... Du hast jetzt nochmal Zeit für so'n Werbeblock.
00:57:24: Also ich glaube, für dich als Sechzehn-Septienjährigen ist es eine coole Option.
00:57:29: Wenn du das Gefühl hast, du wirst mal was ganz Neues erleben, dich ein bisschen weiterentwickeln und auch vielleicht etwas herausgefordert zu werden aber in einem Setting wo du nicht alleine bist.
00:57:42: Wo du Leute hast die dich an die Hand nehmen können.
00:57:45: Wo Du Leute hast, die Dich auch mal auffangen können Und wo du sozusagen den Rahmen gegeben hast bis zur Wohnung und zur Einsatzstelle eigentlich alles zu fügen gestellt ist.
00:57:58: Also, es ist eine sehr große Chance!
00:58:01: Und dann überlegt ihr was sind so vielleicht Themen die dich interessieren?
00:58:06: Vielleicht überlegt dir gar nicht so sehr wohl hin, du willst weil ich glaube vieles kannst du an vielen Orten erleben und das ist gar nicht unterschiedlich ob du jetzt China warst oder in Tanzania oder Papua New Guinea.
00:58:22: Kulturen sind immer wahrscheinlich anders, wie du's von zu Hause kennst.
00:58:28: Und das solltest du als größten Schatz nehmen, dass du da mal woanders was lernen kannst.
00:58:34: Danke schön, Joel!
00:58:35: Schön, dass Du da
00:58:47: warst.
00:58:52: Gerne!
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