Ein Stück Malaysia, das in mir bleibt
Shownotes
Vor 20 Jahren geht Conny für ihren Freiwilligendienst nach Malaysia und arbeitet im Bethany Home, einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung. Im Gespräch mit Anne erzählt sie von ihrem Alltag dort, von ihren Aufgaben und vor allem von den Menschen, die diese Zeit geprägt haben. Sie erinnert sich daran, wie es war, sich auf ein unbekanntes Land, eine andere Kultur und eine für sie neue Lebenswirklichkeit einzulassen. Dabei blickt sie heute, mit zwei Jahrzehnten Abstand, noch einmal anders auf manche Erfahrung von damals. Was hat sie aus Malaysia mitgenommen und was davon begleitet sie bis heute? Eine Folge über Begegnungen, die bleiben, und darüber, wie ein Freiwilligendienst noch viele Jahre später Teil der eigenen Geschichte ist
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00:00:00:
00:00:07: Hallo!
00:00:08: Willkommen zu Losgelassen, dem Podcast über Aufbruch Begegnungen und ein Jahr das den Blick auf die Welt verändert.
00:00:15: Dem Podcast zum internationalen Freiwilligendienst von Mission Eine Welt.
00:00:20: Ich bin Anne.
00:00:21: Gemeinsam mit meiner Kollegin Katrin erzählen wir hier Geschichten von jungen Menschen, die genau das getan haben.
00:00:32: Sie haben losgelassen und sind aufgebrochen!
00:00:34: Wir hören Geschichten – von Mut, von Zweifeln, von Begegnungen und von Momenten, die alles verändern
00:00:40: können.".
00:00:41: Heute ist Conny Schieder bei uns zu Gast.
00:00:43: Sie hat von Essex bis Zwei-Tausend-Sieben in Malaysia eine Einrichtung für Menschen mit einer Behinderung gearbeitet.
00:00:50: Schön, dass ihr da seid und zuhört!
00:00:53: Und natürlich Conny – schön, dass du da bist!
00:00:55: Hallo ich freu mich auch!
00:00:57: Bevor wir jetzt gleich über deinen Freiwilligendienst sprechen….
00:01:01: In welcher Lebensphase steckst Du gerade?
00:01:04: Oh schwer zu beschreiben, mittendrin würde ich sagen... Ich habe große Kinder und bin seit jetzt fast zehn Jahren im Fahrdienst tätig.
00:01:12: Im Jahr twohntausendsechs, zweihntaußensieben hast du ein freiwilliges internationales Jahr in Malaysia gemacht.
00:01:18: Sie hat sich jetzt zum zwanzigsten Mal.
00:01:22: Wenn du an dein freiwilliger Jahr denkst wie weit weg fühlt es dich an?
00:01:25: Und wo finden sich in deinem Leben jetzt, zwanzich Jahre später noch Spuren aus deinem freiwilligen Dienst?
00:01:32: Es fühlt sich überhaupt nicht weit weg an.
00:01:35: So zwanzig Jahre ist so ein bisschen wie ein Jubiläum und ich habe mich erinnert, ich hab vor zwanziger Jahren mein Abiturzeugnis bekommen und nachdem ich dieses bestandene Zeugnis in der Hand hatte konnte ich bei Mission Eine Welt anrufen und sagen hey ich darf mit euch unterwegs sein ihr könnt mich rauf schicken ich muss nicht mehr zur Schule gehen jetzt gehts los.
00:01:57: da denke ich jetzt gerade in der Zeit wo es sich das jährt zum zwanzigsmal viel dran Und Herr Spuren hinterlässt so ein Jahr, glaub ich immer.
00:02:06: Hat's auch ganz viele hinterlassen.
00:02:09: Es gibt einfach Gegenstände und Sachen die sich in meinem Leben im unserem Haus über rumstehen.
00:02:14: Gibt eine Vase der Vorhang in unserem Schlaf zum Beispiel Sari.
00:02:18: So'n indisches Gewand das ich mit nach Hause gebracht hab.
00:02:22: Es gib Fotos die da hängen.
00:02:24: es gibt noch Musik in meinem Kopf Da ist noch ganz viel
00:02:28: Schön, also Spuren im Alltag hat es hinterfasst.
00:02:31: Ja genau.
00:02:33: Und wenn du jetzt nochmal dich daran zurückerinnerst, du hast gerade gesagt, jetzt vor zwanzig Jahren hast du deinen Abitur in der Tasche gehabt.
00:02:41: Also denken wir so an die Zeit vor deinem freiwilligen Dienst und den letzten Schuljahr.
00:02:46: Weißt du noch was sich dazu bewegt hatte ich für einen Jahr im Ausland zu bewerben?
00:02:51: Wir erinnerst du dich auch an die zeit vor der Ausreise?
00:02:56: Ich wollte das schon immer ins Ausland gehen nach meinem Schulabschluss.
00:03:00: Schule war für mich eher so was, musste ich halt machen auf meinem Lebensweg und war dann froh das abgeschlossen ist.
00:03:06: Ich habe immer schon davon geträumt wenn es endlich rum ist mit der Schule dass sich in ein Auslandsjahr gehen darf.
00:03:13: Ich hab aber eine persönliche Verbindung zu Mission Eine Welt.
00:03:17: Mein Großvater ist vor vielen, vielen Jahrzehnten als Missionar rausgegangen.
00:03:22: Der war in Australien deshalb.
00:03:24: Ich kannte dieses Haus schon und ich wusste von den freiwilligen Diensten und dann war das für mich ganz naheliegend da auch zu gucken dass sich mit diesem Haus hier raus gehe.
00:03:35: aber meine also ich habe mich dann beworben auf andere Länder.
00:03:37: Ich war auf so einem Informationswochenende damals und ich hatte dann angegeben man durfte drei Länder angeben Als erstes Tanzania eingegeben, aber das haben damals alle gemacht.
00:03:49: Und als zweites hatte ich Papua Neuginia angegeben und dann war da die dritte Zeit.
00:03:53: Ich wusste aber gar nichts von Malaysia.
00:03:55: Ich habe auch nie daran gedacht nach Asien zu gehen und hab als drittes Malaysia hingeschrieben.
00:04:01: Dann wurde ich eingeladen zum Bewerbersgespräch hier und hab gesagt, ja so Tanzania Es wollen ja alle, dann kriege ich die Stelle nicht.
00:04:08: Das können wir
00:04:08: weglassen.".
00:04:09: Dann haben sie gesagt, gut reden wir über Paponeuginära und während dieses Bewerbungsgesprächs habe ich gedacht oh das ist gar nichts für mich.
00:04:16: Die haben gesagt man muss da viel mit sich klar kommen, viel alleine sein.
00:04:20: und ich war so oh nein!
00:04:23: Und dann bin ich nach Hause gefahren und hab zu meinen Eltern gesagt jetzt müssen wir uns was anderes ausdenken weil die nehmen mich nicht.
00:04:29: Ich habe den im Gespräch gesagt ich will nicht nach Paponeuiginäria.
00:04:34: Und dann hat das Telefon geklingelt und ich glaub, der Thomas Pauschstanner war dran.
00:04:39: Er hat gesagt, also Tanzania wolltest du ja nicht Papua Neuginia auch nicht?
00:04:43: Aber wir könnten dich nach Malaysia schicken!
00:04:46: Dann hab' ich gesagt Ja und habe aufgelegt und bin zu meinem ... Wir saßen gerade am Ess-Tisch alle zusammen, bin dahin und hab' gesagt Also Leute, ich geh nach Malaysia.
00:04:54: und dann haben wir... Ohne Witz, wir haben den Atlas geholt und mal nachgeguckt wo dieses Land eigentlich ist.
00:05:02: Und dann hab ich gedacht, krass.
00:05:04: Ja das ist ja Asien!
00:05:06: Aber gut, so war's dann und dann war es ganz aufregend als das entschieden war.
00:05:13: Ich habe mich einfach die ganze Zeit irre gefreut.
00:05:16: Ich hatte keine Sorgen, keine Angst.
00:05:17: Das wär inzwischen ganz anders.
00:05:19: Es hat sich dann auch in der Vorbereitung herausgestellt dass wir zu zweit gehen dürfen und es war mega schön.
00:05:25: So, das war die Zeit vorher.
00:05:27: Was auch ganz lustig war... Wir waren die ersten, die nach Malaysia gehen durften Und alles, was hier an Vorbereitung lief, war so auf Afrika aufgerichtet.
00:05:36: Wir haben ganz viel gelernt, was man in Afrika nicht zu macht oder bestimmten Ländern und haben uns das auch angehört und sind dann nach Malaysia ausgereist und dachten, ey ja!
00:05:48: Das war dann ganz anders.
00:05:50: Wir konnten es dann alles mit nach Hause bringen und sagen können, als er Asien ist kann man auch anders sich vorbereiten.
00:05:56: aber es war okay, das hat einfach Spaß gemacht.
00:06:01: Ja, ich wollte dich auch fragen wie dein Umfeld reagiert hat.
00:06:04: Du hast jetzt gesagt die Familie war eigentlich voll involviert so in der Anfangseuforie oder und in der Vorbereitung?
00:06:12: Wie haben so die anderen deine Freunde Freundinnen darauf reagiert?
00:06:16: Die haben sich alle gefreut weil sie wussten dass ich das wirklich unbedingt machen will.
00:06:21: mein bester Freund er hat gesagt ich komm dich besuchen hatte auch gemacht wenn dem ja der Mama für vier Wochen da.
00:06:28: Es war wunderschön.
00:06:29: Verbindet uns auch bis heute, dass wir da gemeinsame Erlebnisse haben.
00:06:33: und meine beste Freundin war zeitgleich in Thailand gewesen für ein halbes Jahr und die haben wir dann in unserem Urlaub besucht.
00:06:40: das heißt die beiden habe ich sowieso dort getroffen Und auch meine Familie kam mich besuchen.
00:06:46: Die wichtigsten Menschen haben sich auch gefreut weil sie einfach gedacht haben naja Dann können wir auch irgendwo hin reisen und uns das zeigen lassen.
00:06:55: Ich hatte auch ganz viele Freunde und Verwandte, die irgendwie geglaubt haben, dass ich nicht mehr nach Hause komme.
00:07:00: Weil ich so diese Abenteuer lust hatte... ...und auch nicht wusste was ich nach der Schule anfangen sollte.
00:07:08: Und dann haben sie gedacht, na ja, der gefällt's vielleicht zu gut?
00:07:11: Aber ich bin gerne nach Hause gekommen.
00:07:12: das war dann.. und alle haben sich gefreut und gesagt, da ist es gut nicht, dass du... Wir haben gedacht wir haben dich irgendwann über See verloren aber genau.
00:07:23: Und gab es aber auch irgendwas, wovor du Respekt oder auch Angst hattest?
00:07:30: Ich glaube nicht.
00:07:31: Das ist das Schöne an diesem Alter finde ich!
00:07:34: Also da war einfach... und das seh'n ich mich auch oft zurück, dass ich der... Es war einfach ganz leicht.
00:07:39: Ganz leicht.
00:07:41: Ja, ich könnte das jetzt so nicht mehr machen.
00:07:44: Aber es war einfach ... ja.
00:07:46: Ich hatte vor nix Angst damals.
00:07:49: Wir waren ja so gut begleitet.
00:07:50: Das war klar.
00:07:51: wir dürfen anrufen wenn was nicht passt.
00:07:55: Ja, es kam mir gar nicht gefährlich vor.
00:07:58: Skobjonen.
00:07:58: Wir haben ziemlich am Anfang Skobjon gesehen.
00:08:00: das war dann so ein bisschen ... Oh nein!
00:08:06: So die Tierwelt
00:08:07: aber.
00:08:10: Okay also deine Umgebung, so die Organisation hat ja irgendwie die Sicherheit gegeben.
00:08:17: Und jetzt nehmen uns bitte mal mit in den Moment der Abreise des Abfluges.
00:08:23: was Wie war der Abend davor?
00:08:25: Kannst du dich noch erinnern oder wie waren so die letzten Momente in Deutschland?
00:08:31: Ja, also es war aufregend.
00:08:33: Es gab noch ein Fest.
00:08:34: ich hatte damals eine Band und wir haben Abschlusskonzert gegeben.
00:08:39: das haben wir dann jährlich gemacht weil meine Bandmitglieder sind Zeit versetzt, auch ins Ausland gegangen oder woanders hingezogen.
00:08:49: Und als ich nach Hause kam, ja später haben wir wieder ein Abschiedskonzert gegeben für die andere Musikerin und so.
00:08:54: Das war ganz nett!
00:08:56: Also wir haben festgefeiert und das war schön.
00:09:00: da waren ganz viele Menschen, die haben mir so einen Buch gemacht mit Grüßen und Notizen... Ja es war schon aufregend.
00:09:09: dann auch was packt man da überhaupt ein?
00:09:11: Ich hatte wirklich nen Wohlpulli dabei.
00:09:14: Der kam auch ein Jahr später und ausgepackt, einfach zurück in den Koffer oder er lag da das ganze Jahr.
00:09:20: Wir hatten viel Dinge angepackt von denen wir die nie gebraucht haben weil es einfach so ... Wir konnten nicht vorhersehen was wir brauchen.
00:09:29: Und der Abend vorher.
00:09:32: Ich weiß dass ich gedacht habe ich könne nicht schlafen aber ich hab gut geschlafen und ich hatte damals auch einen Freund Der war so ein bisschen, der fand das natürlich nicht so gut.
00:09:43: Kann man verstehen?
00:09:45: Aber irgendwie ich war so... Ich war echt so unbedarf.
00:09:49: Das hat mir im Nachhinein manchmal Leid getan, dass ich auch den einfach so sitz lassen.
00:09:54: Das hatte mir im nach hinten auch nicht verziehen.
00:09:56: Na ja, mach!
00:09:56: Ja aber ich war einfach so frei und ich wollte so gerne gehen.
00:10:02: Ich hab mich einfach gefreut.
00:10:05: Und dann im Flieger, da war schon der Moment wo wir dann nebeneinander in dem Flugzeug saßen und beide geweint haben.
00:10:13: Ganz ganz viel geweint habe so nach dem Wort, oh wow was war das für eine Idee?
00:10:17: Also im Flugzeug selber kam es dann schon und auch klar meine Familie hat natürlich auch Tränen vergossen und dann war ein Jahr ... Das kam halt plötzlich so unendlich lang vor!
00:10:31: In Singapur hatten wir ein bisschen Pause im Flughafen und da fing es für mich schon an, dass ich gemerkt habe wow diese neue Welt alles ganz anders.
00:10:39: Diese ganze Flughafe ist voller Teppichboden.
00:10:42: das fand ich am faszinierendsten.
00:10:44: und da hatten wir dann das erste Mal wieder einen Internetzugang irgendwo.
00:10:49: Da gibt's diese Na das wird inzwischen anders sein aber da gab's halt diese Terminals wo du hingehen konntest und einfach schnell eine Mail schreiben konntesst.
00:10:57: Und Ich hab geschrieben Wir sind gut in Singapur.
00:11:00: Hier ist alles voller Teppichboden im Flughafen, liebe Grüße Gottlich!
00:11:04: Meine Eltern haben danach gesagt das war total komisch gewesen weil sie haben sich warum es jetzt der Teppigboden so wichtig.
00:11:11: aber das war halt das was mir da aufgefallen ist wie groß und wie seltsam dieser und dass halt überall Teppicboden war.
00:11:18: Und dann sind wir in Kvala Lumpur angekommen Als wir da raus sind aus diesem Flughafengebäude, dann haben wir erst mal gemerkt was tropische Hitze bedeutet und es war dann echt so wie eine Wand.
00:11:30: Und dann wurden wir abgeholt und da war schon alles so aufregend dass ich gar nicht mehr dran gedacht habe das das jetzt ein schwerer Abschied war oder so.
00:11:38: Dann waren wir halt drin in dieser Welt.
00:11:42: Wer hat euch abgehult am Flughafen?
00:11:45: Der Greeninger hieß der Pfarrer glaube ich.
00:11:48: Das ist ein deutscher Pfarrers der in Kuala Lumpur gelebt hat mit seiner Familie.
00:11:52: Die hatten uns auch so Sandwiches eingepackt, was wir ganz komisch fanden weil die waren nicht asiatisch aber die haben es total lieb gemeint und wir hatten Hunger in Sofern, was gut!
00:12:02: Aber die haben wir uns auch erinnert... Und dann hatte er uns nach Kualaa Lumpurt, der hat uns in ein Hotel gebracht und das hat ewig gedauert weil wir im Stau standen Und dann habe ich zum ersten Mal erfahren, was das bedeutet.
00:12:14: Ich weiß jetzt nicht mehr, was für eine Zeit das war aber es war eine Zeit wo die Moslems alle in die Hauptmuschee gefahren sind und da muss man damit rechnen dass man da stundenlang auf der Straße steht.
00:12:25: und das war witzig weil da standen wir einfach mitten in der Stadt und ich dachte aha okay das ist nicht die beste Uhrzeit um durch diese Stadt zu gondeln.
00:12:34: genau
00:12:35: War dann eher so ein ruhiges Ankommen in der Stadt, weil ihr ja im Stau standet und nicht ...
00:12:39: Nach ruhig was nicht.
00:12:40: Was war total laut?
00:12:42: Es war heiß, es war laut!
00:12:43: Aber langsam vielleicht?
00:12:44: Langsam, ja genau.
00:12:45: Und das war aufregend.
00:12:48: Ich hab sofort gemerkt, Kuala Lumpur ist eine wahnsinnig tolle Stadt.
00:12:52: Also die Faszination für diese asiatische Städte ist mir auch geblieben.
00:12:56: Das ist so toll, so wild und so trubbelig.
00:13:05: Und wo war dann die Einrichtung, in der du gearbeitet hast?
00:13:08: Wie lange seid ihr gefahren vom Flughafen?
00:13:10: oder lange ist vielleicht relativ verliehstandet ja im Stau aber.
00:13:13: Ja also wir hatten in der ersten Woche wenn ich mich richtig erinnere waren wir noch zu zweit in Kuala Lumpur und haben dort alles angeguckt mit den was an evangelischen Kirchen ist vor allem mit der chinesischen.
00:13:24: In Malaysia gibt es zwei Kirchen die chinesische evangelische kirche und indische evangelisch Kirche.
00:13:30: Und da hat uns auch der Bischof damals empfangen, was für uns ganz crazy war.
00:13:34: Für unsere junge Mädels.
00:13:36: Das war ganz nett.
00:13:38: und dann sollt ich ursprünglich da arbeiten in einem Kindergarten, also von der evangelischen chinesischen Gemeinde dort.
00:13:49: Da waren wir schon eine Woche, haben es ein bisschen mitgearbeitet ins Land reingefahren nach Bethany Home zur indischen Kirche, wo meine Kollegin arbeiten sollte angeguckt.
00:14:02: Und dann bin ich zurück nach Kuala Lumpur und habe da angefangen zu arbeiten.
00:14:07: Das hat leider nicht so gut geklappt.
00:14:09: Also irgendwie war das eine ungute Situation.
00:14:14: die wussten nicht so recht was sie mit mir machen sollten.
00:14:17: Ich konnte mich auch nicht
00:14:18: z.B.,
00:14:18: ich war untergebracht bei der Familie, die aus Höflichkeit immer den Raum verlassen hat und ich konnte ihn das einfach nicht vermitteln dass sich total schön fände wenn wir zusammen essen würden.
00:14:27: Und hab dann gemerkt, war also ich habe mich sehr sehr einsam gefühlt.
00:14:30: am Anfang habe gemerkt Einsamkeit ist das einzige womit ich nicht umgehen kann.
00:14:35: So und Das gleiche hat die Kollegin dort so gefühelt.
00:14:39: Die hat gemerkt oh nein ich bin zu einsam ich kann noch nicht ich komme nicht rein mit den Menschen.
00:14:47: Es war sowieso so geplant am Anfang, dass man mit dem betreunten Pfarrer von hier, also bei mir war es der Thomas Paussteiner, das man telefoniert und er hat gesagt wie geht's dir?
00:14:57: Und ich habe gesagt ich bin so einsam.
00:14:59: Das macht ein ganz schlimmes Gefühl für mich.
00:15:03: Dann ging es darum was können wir machen?
00:15:05: Ich habe gesagt naja ich möchte unbedingt probieren weil Er hat dann gesagt, aber heimfliegen möchte ich das nicht.
00:15:10: Das ist auf gar keinen Fall!
00:15:12: Also heim fliegen will ich nicht.
00:15:13: Ich will einfach nur den Platz finden wo ich gut sein kann und vielleicht ist es das nicht hier?
00:15:19: Und er hatte auch inzwischen mit der Kollegin telefoniert und hat gesagt also für die ist gerade auch furchtbar.
00:15:25: und dann ging's hier noch ein bisschen hin und her genau weiß ichs nicht mehr und ... Dann war so dass sie gesagt haben ich soll ja auch danach im Telok intern war dass nach Bethlehem hieß die Einrichtung kommen.
00:15:37: Und dann war es, wir waren drei Wochen im Land und dann waren wir gemeinsam in diese Einrichtung.
00:15:41: Und ab diesem Tag haben wir's beide geliebt.
00:15:45: Ich vielleicht noch ein bisschen mehr... Meine Kollegin hat ein bisschen länger gebraucht aber ja da waren wir da drin!
00:15:54: Und dann wars auch total schön.
00:15:55: das sind immer wieder Freiwillige aus anderen Ländern gewesen.
00:15:58: also wir hatten bevor wir richtig mit den Einheimischen dort gucken Einmal mit den Menschen, die da alle rumgelaufen sind und in der Schule gearbeitet hatten.
00:16:06: Bevor wir da richtig andocken konnten, hatten wir schon auch andere Menschen, mit denen wir uns gut verstanden
00:16:12: haben.".
00:16:13: Und wie hat dann so ein normaler Tag für dich ausgesehen?
00:16:19: Also es begann damit ... Ich glaube, so um neun Uhr, wenn ich mich richtig erinnere wurden die Kids alle gebracht.
00:16:26: Die wurden eingesammelt mit zu großen Bussen.
00:16:29: Und dann machten wir erst mal Morgensport!
00:16:33: Morgensport war total lustig, weil wir dachten halt ... Wir kamen da mit unseren Standards und dort aber hat sie ja auch schon über dreißig Grad am Morgen.
00:16:42: Und das Gelände war auch... Da war viel Beton auch.
00:16:45: also es war einfach schon warm und die wollten nicht so recht sich bewegen und wir haben uns echt einen abgezappelt!
00:16:51: Das waren wir ganz nett.
00:16:52: dann haben wir gefrüßtückt.
00:16:54: zum Frühstück Also es gibt ja immer Reis in Malais zu jeder Tages- und Nachtzeit So ein heißes Wasserboiler, dann haben wir uns einen Haferbrei gemacht.
00:17:04: Das war das ganze Jahr lang unser Frühstück.
00:17:08: und also dann haben die Frühstücken nach dem Sport meist noch mal kurz unter die Dusche gestellt und dann hatten wir verschiedene Aufgaben in diesem Schulbetreuungsbereich Und ich habe überwiegend die Sportsachen mitbegleitet und es hat sich dann im Jahr alles ein bisschen verändert.
00:17:26: aber am Anfang war ich viel in den Sportbereichen unterwegs.
00:17:29: der Sportlehrer Das war ein erwachsener Mann, der Gehörlos war.
00:17:34: Und ich habe das total toll gefunden und habe so schnelles ging seine Sprache gelernt also die Gebärdensprache, die dort verwendet ist eine amerikanische Gebärdensprache kann man gut lernen als dann witzig weil man macht die amerikanischen Gebärden.
00:17:51: Also der Sportlehrer hatte seinen Bahasa im Kopf dazu und ich hatte englische Vokabeln dazu.
00:17:56: Und dann war es manchmal ein bisschen kompliziert, aber wir haben da einen sehr guten Weg ganz schnell gefunden.
00:18:01: Dann habe ich so weit, also ganz viel ihn unterstützt!
00:18:06: Mittagessen gab's immer für alle zusammen.
00:18:08: Wir haben auch einfach unser Essen aus der Küche bekommen.
00:18:11: Da gab's eine Küche auf dem Gelände.
00:18:14: Da gabs noch ein bisschen Nachmittag und sind die Kids schon wieder abgeholt worden.
00:18:18: Spätestens um drei hatten wir ... Nichts mehr zu tun, außer so halb vier.
00:18:24: Und dann ... Ja, manchmal sind wir auf einen Markt gegangen.
00:18:29: Manchmal sind wir irgendwo in Roti-Essen gegangen da die wenigsten essen abends dort Zuhause.
00:18:35: Sondern es gibt halt diese ganzen Foodstores.
00:18:39: und ja, aber auch was anderes konnte man nicht machen.
00:18:41: Wir waren oft um neun im Bett und haben wieder geschlafen.
00:18:45: Aus der Perspektive total verrückt, aber so war der Tag.
00:18:49: Also kannst du uns vielleicht noch mal genau erklären, was ist Bethany Home?
00:18:54: Also Bethany home ist ein Tageszentrum für Menschen mit Behinderungen aller Art.
00:19:00: In Malaysia ist denke ich Fieber ein ganz großes Problem und auf der Fläche oder weiß nicht das es auch.
00:19:09: mein Blick ist seit zwanzig Jahre zurück.
00:19:11: aber das war damals ein großes Problem dass auch relativ viele Kinder die an sich mit gar keinen Einschränkungen zu weggekommen sind, dass die Madengifieber bekommen haben als Babys.
00:19:22: Und dann ist einfach irgendetwas geblieben.
00:19:25: da gibt es jetzt aber da gab's nie so Diagnosen sondern es war für dortige Standards einfach so das sie gesagt haben die können die nicht in das ganz normale Leben integrieren und dann haben die also nicht in die Schule schicken Und nicht, also das ist hier Gott sei Dank auch ganz anders.
00:19:43: Das war damals auch in Malaysia so dass die einfach ... Die haben ein Kind wo sie gesehen haben da passt irgendwas nicht.
00:19:51: Das fällt aus der Norm raus.
00:19:52: Haben die halt eher in ihrem Haus versteckt als dass sie unterm ein anderes Kind bekommen und dann das in die Schule geschickt, als dass sie was gemacht hätten.
00:20:01: Und der Direktor damals von Besserni-Holmes ist dann rumgefahren und hat die gefunden oder Nachrichten bekommen.
00:20:06: Und Hannaggen sagt bringt Sie zu uns!
00:20:08: Wir können Ihnen ein bisschen schreiben beibringen, ein bisschen lesen... Also immer so etwas gegen das Schöne war.
00:20:15: es gibt ganz verschiedene Klassen und die Kinder in diesen Klassen sind alle unterschiedlich alt.
00:20:20: man hat immer versucht zu gucken Was können die Kinder?
00:20:24: und hat sie dann je nach Fähigkeiten oder Nachmöglichkeiten zusammengesteckt.
00:20:28: Und da waren ein ganzer Stab an wundervollen Lehrerinnen, die sich einfach ganz aktiv bemüht haben mit all diesen unterschiedlichen Bedürfnissen auch umzugehen.
00:20:41: Ich war am Anfang... ich habe noch nie vorher in so einem Bereich gearbeitet und ich war total skeptisch.
00:20:46: aber jetzt hab' so schnell gelernt, das Schöne an dieser Arbeit zu sehen.
00:20:51: Das war einfach wirklich eine Bereicherung.
00:20:53: und wenn man mal was geschafft hat... Ich habe mit einem Jungen gearbeitet, der konnte eigentlich seine... Also er hat sehr viel gekrampft und konnte sich nicht artikulieren und er konnte auch nicht seine Finger- und Hände so bewegen dass es gut geklappt hat.
00:21:08: aber man hat gemerkt, da würde ich sie gerne.
00:21:10: Und dann haben wir zwei Wochen lang daran gearbeitet, dass er irgendwie so ein kleines Steckspiel macht.
00:21:14: Und als wir es dann geschafft haben sind wir uns auch in den Hals gefallen was man im Allesjahr ja nicht macht.
00:21:19: aber wir haben das dann einfach auch zelebriert, dass irgendetwas geklappt hat und das war schön!
00:21:24: Das war echt ganz bereichernd.
00:21:28: Es gibt auch... Also dieses Tageszentrum hat auch Werkstätten wie wir das auch kennen, ein bisschen außerhalb.
00:21:34: da sind dann Erwachsene mit Einstrengungen dabei oder mit besonderen Bedürfnissen dabei Und die haben ganz viel versucht, Aufmerksamkeit im Land auch zu bekommen.
00:21:45: Um da irgendwie einen Blick draufzubekommen.
00:21:48: wo kann man helfen?
00:21:49: Wo kann man was machen?
00:21:53: Stehst du jetzt noch in irgendeiner Weise mit der Einrichtung in Kontakt?
00:21:57: weißt du ob sie noch gibt?
00:21:58: Die Einrichtungen gibt es noch.
00:21:59: ich kenne auch den Pfarrer der da gerade vor Ort ist.
00:22:01: Den haben wir damals kennengelernt.
00:22:03: das ein ganz toller Mensch.
00:22:05: Ich bin mit dessen Sohn immer noch befreundet.
00:22:08: Da war auch ein paar Mal in Deutschland, mit dem habe ich so Kontakt und erfahre immer was gerade aktuell ist.
00:22:17: Der ist aber selber jetzt nicht vor Ort.
00:22:20: Und ich hatte noch relativ lang Kontakt zu dem Sportlehrer, der ist aber inzwischen auch nicht mehr da.
00:22:25: Aber die Einrichtung gibt es.
00:22:27: Letzte Woche war eine Gruppe aus Malaysia da Und da hat eine Frau erzählt, ja sie kommt aus dem Ort und das ist alles wie immer, hat sich so gemeint.
00:22:35: Das war ganz nett weiß man nicht was es nach zwanzig Jahren heißt aber genau ich denke die machen ihre Arbeit weiter vor sich hin.
00:22:44: Schön!
00:22:44: Das heißt du hast Begegnungen bis heute bestehen?
00:22:48: Genau so ein bisschen jetzt nicht in ganz enger Kontakt auch etwas ein bisschen.
00:22:54: Und jetzt hast du schon kurz, bis Du auf den Aspekt Sprache eingegangen.
00:22:58: Dass Du die Werdensprache gelernt hast, die der Sportlehrer genutzt gesprochen hat?
00:23:04: Wie war Sprache sonst da gelebt?
00:23:06: für Dich?
00:23:06: Hast Du Dich hauptsächlich auf Englisch?
00:23:10: Also mit Englische kam man auf jeden Fall zu Recht!
00:23:12: Das ging auf jeden fall... Und wenn man gesagt hat, auch man möchte jetzt Bahasa lernen.
00:23:17: Das ist die Sprache auf die sich alle in Malaysia einigen können.
00:23:21: Denn es gibt so viele verschiedene Völkergruppen mit eigenen Sprachen und noch mal eigenen Dialekten.
00:23:28: Ja das ist so vielfältig aber auf diese Bahasa-Sprache haben sie sich geeinigt nicht freiwillig.
00:23:34: Das hat halt der Staat vorgegeben dass das unsere Einheitssprache ist.
00:23:37: Das müssen alle Kinder lernen.
00:23:44: Kololivvergangenheiten konnten auch alle Englisch und das ist auch im Schulfach geblieben.
00:23:48: Also deshalb kommt man mit Englischen sehr, sehr gut zurecht dort.
00:23:51: Die können ganz viel Englische... Es sind putziges Englisches also so ein asiatisches Englis und es ist ganz süß.
00:24:00: aber damit kann man auf jeden Fall zurechten.
00:24:02: Wenn wir dann Bahasa lernen wollten weil ich habe einfach... Ich lerne gerne Sprachen Dann haben die immer gefragt, warum.
00:24:11: Haben sie gefragt ob wir wohl hier heiraten wollen oder so was?
00:24:14: Weil sonst haben die keinen Sinn drin gesehen dass wir nicht Sprache lernen und das ist einfach schön!
00:24:22: Wir haben relativ viel gelernt glaube ich aber dadurch dass es nicht nötig war haben wir es auch nicht so gelernt dass wir fließend sprechen konnten.
00:24:31: Aber mich hat es unglaublich fasziniert allein in unserem in diesen Klassenwarn halt chinesische Kinder und indische Kinder.
00:24:40: Und maleisische Kinder, also mit einem arabischen Hintergrund.
00:24:45: Das ist so bunt gewesen!
00:24:47: Bei den chinesischen Kindern muss man auch noch mal gucken was haben die überhaupt für eine Sprache?
00:24:51: Welche sprechen die?
00:24:52: Auch bei den Indern.
00:24:54: das waren überwiegend Tamilen aber nicht immer.
00:24:57: Zumindest so was wir ... jüngeren Kindern beigebracht haben, also die Zahlen und bestimmte Wörter oder bestimmte Sachen wie ich will jetzt was essen.
00:25:06: Oder ich muss aufs Klo und so.
00:25:08: Das haben wir versucht, auf allen Sprachen zu lernen.
00:25:11: Und das war total schön!
00:25:14: Auf allen Sprachen der SchülerInnen?
00:25:17: Ja, auf allem nicht aber ich kann auf Tamil bis Indisch zählen und auf Chinesisch, auf Mandarin... Und konnte es auch unterscheiden.
00:25:27: zu einem Hocken, Dialekt und auf Bahasa sowieso.
00:25:31: Auf Gebärdensprache dann auch?
00:25:33: Ja genau also das war ganz wild!
00:25:36: Und wenn man das nicht in einem schulischen Kontext wie vorher lernen muss, dann macht es ja auch einfach Spaß.
00:25:42: Weil's irgendwie nicht drum geht am Ende eine Prüfung abzulegen sondern einfach die Freude in den Kinderaugen zu sehen.
00:25:48: Wenn diese weiße Frau, die dauernd will dass man einen Stift festhält jetzt plötzlich das auf Bahasa sagt haben sie sich auch einfach gefreut
00:25:55: und ist vielleicht auch ein bisschen lustig klingt wenn du das aussprichst ganz
00:25:59: bestimmt ganz bestimmt Ja
00:26:02: schön.
00:26:03: und jetzt hast ihr kurz auch erzählt Die Arbeit ging bis drei, halb vier.
00:26:09: Was war dann euer Ausgleich?
00:26:11: Also du hast schon kurz darauf eingegangen aber...
00:26:15: Wir haben so viel gar nicht gemacht.
00:26:17: Es ist auch einfach zu warm gewesen dass wir saßen oft noch rum.
00:26:23: der Sportlehrer blieb lang und haben geredet und diskutiert.
00:26:28: Bis zu diesem Jahr war für mich das allerwichtigste und größte in meinem Leben Musik Und ich bin zum ersten Mal jemanden begegnet Der mir gesagt hat, er weiß nichts von Musik.
00:26:39: Und das habe ich die ersten Wochen ... Ich hab ihn immer wieder gefragt und hab gesagt, wie kann es sein?
00:26:45: Und weißt du's wirklich nicht?
00:26:47: Und der arme Mann ja!
00:26:50: Aber der hat das mir erklärt und ich muss den Gesprächen mit ihm lernen damit umzugehen.
00:26:56: Da haben wir viel Zeit verbracht damit.
00:26:58: Dann saß man halt da, hat irgendwas Kaltes getrunken und geredet und gelernt oder die manchmal sind Lehrerinnen geblieben.
00:27:04: Und ich konnte sie dann, die waren ganz oft auch hinduistisch.
00:27:08: Ich habe mich schon immer sehr interessiert für andere Religionen und hab die ganz viel gefragt und ganz viel gelernt.
00:27:15: Am Wochenende haben wir uns in so einen Rumpelbus gehockt und sind eineinhalb Stunden gefahren um auf ne Insel zu gehen unter am Meer zu sein.
00:27:26: Es klingt immer so na?
00:27:26: Aber wir lagen echt an den ganzen Tag in den Hängenmatten Und abends, wenn die Sonne untergegangen ist waren wir im Meer und es war einfach schön.
00:27:34: Und immer irgendjemand mitgefahren der uns irgendwas gezeigt hat und gesagt hat das ist der Fisch den du essen musst weil das der Beste.
00:27:43: Ganz manchmal haben wir gesagt, jetzt machen wir mal einen Wochenende und fahren nach Kuala Lumpur.
00:27:47: Weil da gab es eine Pizza hat!
00:27:49: Und wir haben gedacht vielleicht mal einfach kein Reis.
00:27:52: So nach vier bis fünf Monaten hatten wir echt das Bedürfnis mal was anderes zu essen als Reis... Da sind wir dann in der Pizza!
00:27:58: Das würde ich nie mehr machen.. Aber das war halt für uns cool!
00:28:02: Wir sind jetzt Kino gegangen und haben sehr schnell gelernt.
00:28:06: Also Malaysia-Kino ist speziell.
00:28:08: Da gibt's auch diesen... Da wo die Towers stehen Riesenkino Aber die kühlen das runter mit einer Klima und wir haben uns dann die Socken- und Pullis eingepackt, die wir so dabei hatten.
00:28:23: Die wir sonst nie gebraucht haben und hatten sie im Rucksack und haben jetzt dann ins Kino gesetzt und erst mal warm angezogen.
00:28:28: Und die anderen Leute haben geguckt was ist mit denen los?
00:28:33: Wir waren sicher dass wir da krank rausgehen wenn wir das nicht machen.
00:28:37: Das war so die zwei drei Male wo wir Socken gebracht haben.
00:28:40: Ja,
00:28:41: war es doch gut, dass du den Pulli dabei hattest.
00:28:44: Den Strick-Pulli, den habe ich nicht vermindert.
00:28:46: Das war so ein Hoodie fürs Kino.
00:28:51: Eine
00:28:53: Frage die wir auch allen stellen möchten ist das sie uns mal mitnehmen zu ihrem Lieblingsort.
00:29:01: Hast du noch einen Ort der dir wirklich besonders in Erinnerung geblieben ist?
00:29:05: und wenn du uns dahin mitnimmst kannst du erzählen wie sich dort angefühlt hat?
00:29:09: Wie es gerochen hat wie es ausgesehen hat, wie es geklungen hat vielleicht auch.
00:29:15: Also das ist eine schwere Entscheidung gerade.
00:29:17: Aber ich glaube was auf dieser Insel die eben nicht weit weg war und wo auch nicht viel Tourismus war also kein Tauch-Tourismus oder so sondern das konzentriert sich alles woanders hin auf Malaysia da sind Menschen unterwegs, die da so ihren Nah-Urlaub machen.
00:29:40: Wenn sie Urlaub machen und das waren einfach... Da wachsen die Bäume über den Strand weil die Touristen wollen immer dass das weggekehrt wird.
00:29:50: Das haben die uns erklärt.
00:29:51: aber hier ist es nicht so.
00:29:52: Hier kommen die nicht hin.
00:29:54: Die Weisen kommen wir nicht hin Und dann wachsen da die Bäumen über den strand und es gibt so minimal Ebbe und Flut.
00:30:00: also vielleicht weiß ich wodurch das zustande kommt.
00:30:04: Aber wenn das Wasser höher steht, dann gibt es ganz viele Äste, die über das Meer hängen oder da hängen Schaukeln oder so Schnüre mit Knoten, wo man sich wie Tatz an reinschwingen kann.
00:30:17: und das war einfach wie im Film.
00:30:19: Und das war so schön!
00:30:21: Wir haben auch die Freundinnen und ich zusammen ... wir waren ja immer zusammen, also vierundzwanzig Stunden Und manchmal saßen wir auf diesen Schaukeln und haben uns über das Leben unterhalten, darüber wie es weitergehen könnte wenn man nach Hause geht.
00:30:37: Das habe ich ganz oft noch so im Kopf als Bild zu dieses habige Zweiter.
00:30:42: und was können wir machen?
00:30:44: Das war einfach so schön!
00:30:46: So umwerfend schön.
00:30:47: Da war auch nichts, was das Bild gestört hat.
00:30:50: Es ist kein Kreuzfahrtschiff vor uns vorbeigefahren wo ich gedacht habe oh schade jetzt für die Umwelt Dieser Fischer, der seinen Kopf voll fische damit dass sie einfach kurz da am Strand angrillt und man sie essen kann.
00:31:05: Der hat auch nichts kaputt gemacht.
00:31:06: also das war eine heile Welt!
00:31:09: Und ich erinnere mich an die Welt so gerne.
00:31:10: und das ist auch was was immer ganz viele Leuten sagt, diese Plätze müssen wir unbedingt beschützen und die werden immer weniger.
00:31:18: aber wenn man an so einem Platz ist dann weiß man wie wertvoll es ist.
00:31:22: Ich glaube das ein Lieblingsplatz.
00:31:23: ja jetzt habe ich auch oft nur im Kopf
00:31:26: Ja, danke, dass du den geteilt hast.
00:31:28: Diesen schönen Ort.
00:31:30: Jetzt ziemlich erkat, jetzt ist nicht jeder Tag auch leicht und du hast vorhin auch schon berichtet wie die Anfangszeit war und dass du dich da auch einsam gefühlt hast und das irgendwie nach so einer Euphorie am Anfang noch in Deutschland.
00:31:44: und dann kommst du in eine Einsamkeit.
00:31:49: Wie bist du damit umgegangen?
00:31:52: Was hat dir geholfen es zu überwinden?
00:31:56: Und gab es auch später noch mal Situationen, in denen du dich irgendwie dann doch fremd gefühlt hast?
00:32:03: Also ... In dieser Phase, wo ich mich so einsam gefühlte, da war das was mir geholfen hat.
00:32:10: Wir hatten ein Handy und konnten zu Hause anrufen.
00:32:13: Was wahnsinnig wichtig für mich war, wenn der Thomas Pausstein nämlich angerufen hat dieses absolute Verständnis und das war okay.
00:32:22: Ich habe mich natürlich geschämt, wir sind dahin geflogen, die haben den Flug bezahlt und jetzt sitze ich da und sage es, ich bin so einsam.
00:32:30: Ich hab mich immer so gefühlt dass sich sagen darf wie's mir geht und das ist eine Bank.
00:32:36: also das ist ja in jeder Lebensbedarztung.
00:32:38: wenn man sagen darf jetzt ist es gerade so dann kann man viel besser damit umgehen als ich konnte auch auflegen Und es ging nach diesen Telefonaten besser.
00:32:50: Meine Geschwister haben aber zu angerufen, wenn ich so einsam war.
00:32:52: Meine eine Schwester erinnert sich deshalb genau, weil ich musste ins Telefon kreischen und in dem Moment krabbelte ein Gekko.
00:33:02: Ich war zurzeit noch nicht an die Dinger gewöhnt.
00:33:04: Der krabbelt über die Decke und ist dann mitten in der Decke runtergefallen.
00:33:08: Das ist öfter passiert, wusste ich aber da noch nicht!
00:33:12: Da hat es ja vor meine Füße gefallen, dass habe ich einfach nur gekrischen.
00:33:17: Aber wir haben einfach viel ... telefoniert in der Zeit und das war auch meine Mama würde das glaube ich im Nachhinein sozusagen.
00:33:24: sie hat irgendwann gemerkt, ah jetzt ist alles gut weil ich immer weniger zu Hause angerufen habe so aber in derzeit war es einfach gut dass sich den Kontakt hatte.
00:33:32: Und dass keiner gesagt hat also vielleicht habe ich's vergessen aber ich glaube es hat niemand gesagt reist dich zusammen solche Dinge weil das hätte mich irgendwie unter Druck gesetzt und schwerer gemacht das alle gesagt haben nee das kann ja sein dass das jetzt so ist.
00:33:47: Das war gut für mich.
00:33:49: Und dann gab es eben, also während des Jahres selber gab's nie Probleme wo nicht klar war ach das können wir jetzt schon irgendwie händeln.
00:34:01: Das war auch.
00:34:01: was ist hat eine?
00:34:03: da war ne Krankenschwester in Bethany Home und die hatte eine Karte auf dem Schreibtisch stehen unterstand drauf help me to remember god that nothing is going happen.
00:34:16: i cannot handle together.
00:34:18: Ich bin mir dran zu denken, dass es eigentlich nichts sein kann was wir nicht zusammen hinkriegen.
00:34:25: Und das habe ich über das Jahr so gelernt.
00:34:26: Was du mir immer gedacht hast, naja ich bin ja nicht... Also ich bin schon immer ziemlich fromm und ich hab gedacht, ich bin nicht allein unterwegs und soll es so sein und jetzt packen wir's an!
00:34:37: Aber es gab halt auch... also ich war nie krank.
00:34:41: Ich habe keine, ich habe nichts, mir ist nichts Schlimmes passiert.
00:34:44: Also so wie Wehchen?
00:34:45: Ja, ich hatte nur meine Erkältung und lag im Bett und hab gejammert.
00:34:49: Ich kann mich jetzt an keine Situation erinnern, die es richtig schlimm gemacht hat.
00:34:54: Nee, ist das einfach immer... wir waren sehr befütet durch die ganze Zeit!
00:34:58: Jetzt zurück zu den Menschen.
00:34:59: also du hast jetzt von der Krankenschwester erzählt, die dir das Gebet mit irgendwie gegeben hat.
00:35:06: vom Sportlehrer hast du schon erzählt ja magst du noch andere besondere Begegnungen?
00:35:13: hervorheben, irgendeine Person die dich wirklich noch mal auch besonders beeindruckt hat.
00:35:18: Vielleicht bis heute beeindruckte.
00:35:20: Das waren sehr viele.
00:35:24: Da kam eine Mama mit zwei Kids, die waren vielleicht fünf und drei Jahre alt und die hatten stark autistische Züge.
00:35:34: Das war ne chinesische Mutter.
00:35:38: Die hat einfach erzählt, dass ihr Mann gesagt habt, das packt er nicht und weg ist.
00:35:41: Und dann stand sie alleine da und es sind viele solche Geschichten gewesen.
00:35:46: Und die hat aber immer gesagt Gott trägt mich durch.
00:35:49: Ich hab manchmal dieses Leben gesehen oder habe versucht auch zu helfen und war mit dem einen Jungen im Pool wo man gemerkt hat jetzt entspannter ein bisschen seine Züge ja eigentlich schafft es gar nicht wirklich anwesend zu sein und sich auch nicht zu verletzen.
00:36:07: Das war wirklich, wirklich schwer.
00:36:09: Und die war aber so tapfer!
00:36:13: Das hat mich wahnsinnig beeindruckt also wie tapfer die waren.
00:36:17: Und das sind viele, viele einzelne Geschichten.
00:36:20: dann da der Arasu.
00:36:21: Der Arasu hatte Muskelschwund und war im Rollstuhl, war ein ganz, ganz intelligenter indischer Junge, der war als wir angekommen sind ich weiß nicht ob er vielleicht war es siebzehn oder achtzehn Und die haben ihm gesagt, er hat eine Lebenserwartung bis fünfzehn.
00:36:40: Da habe ich auch noch mal nachgefragt, jetzt wird das stimmt aber irgendwas nicht oder so.
00:36:43: und der hat mich angegrenzt und hat gesagt ja, jeder Tag ist ein guter Tag und auch wie die Familie den getragen hat und wie intelligent er war und was er diskutiert hat und auch die spirituelle Not.
00:36:55: Ich meine die Menschen dort vor Ort waren alles sehr spirituell.
00:36:59: Aber da hat sich einmal in die Kirche ist der Rhein in den Mittelgang gegangen mit seinem Rollstuhl und hat gesagt, er möchte erzählen von seinem Leben mit Gott.
00:37:08: Und da hat es mich echt geflasht, weil ich mir gedacht habe, wow!
00:37:12: Ich kannte das vorher eher so dass Menschen jammern, so mir geht's doch schlecht und ich hab diesen und das und der hat einfach jeden Tag gefeiert.
00:37:19: Der ist dann auch zwei drei Jahre nachdem wir wieder zu Hause waren gestorben und das hat mich auch mitgenommen.
00:37:24: aber das ist eine Lebensgeschichte die mich sehr sehr bewegt hatte.
00:37:31: Es war lauter so.
00:37:32: Die Annie war da, die stand plötzlich auf dem Gelände.
00:37:36: Sie ist abgehauen von ihrem Mann und der war gewalttätig.
00:37:41: Also dann ist sie niemanden irgendwie vermittelbar, klingt vielleicht doof aber die wusste halt auch einfach nicht wohin?
00:37:46: Die ist bei uns gestrandet oder was so eine tolle Frau.
00:37:50: Und ich dachte, wow!
00:37:51: Was für ne Kraft hat.
00:37:53: aber auch regelmäßig müssen wir aufpassen dass niemand das mitkriegt, dass sie da ist.
00:37:57: solche Dinge einfach.
00:38:00: ganz viele bewegende Geschichten von einzelnen Personen, die mich wirklich beeindruckt haben und die mir auch immer wieder in den Sinn kommen.
00:38:10: Da könnte ich Stunden weitermachen.
00:38:13: Das werdet du aller fragst?
00:38:17: Was die alles für Päckchen dabei haben.
00:38:18: aber wie schön das war mit ihnen zusammenzuarbeiten und das zu machen.
00:38:23: Ganz cool!
00:38:25: Also ein Ort von ganz vielen starken Menschen, Viele an vielen Herausforderungen irgendwie auch gewachsen
00:38:31: sind.
00:38:31: Ja genau, ja.
00:38:34: Und auch ein Schutzraum oder?
00:38:35: Wenn ich das jetzt so...
00:38:37: Ja, finde ich schon.
00:38:38: Also dieses Gelände war einfach.
00:38:41: da durfte jeder sein wie er dahin gekommen ist mit allem und jeder hat versucht das Beste mit dem zu machen.
00:38:49: Wie lange konnten eigentlich die Menschen da leben also als
00:38:53: Kinder- und
00:38:54: Jugendalter oder später noch?
00:38:56: Ja, also wir hatten eben auch so Werkstätten und Wohngruppen sogar.
00:39:00: Es war ganz besonders für Malaysia-Standards damals.
00:39:07: Und da waren die Eltern, also waren noch ganz Alte dabei.
00:39:10: Das war so ein ganz Breitgestaffel dass dem Menschen sind wiedergekommen, wieder gegangen... Da gab es jetzt keine festen Helden.
00:39:19: Wenn die nicht mehr in den Schulklassen sein konnten dann waren sie in irgendeiner andere Gruppe.
00:39:27: Und jetzt noch mal zurück zu dir.
00:39:30: Wann kam für dich so der Punkt, an dem du gespürt hast?
00:39:33: Ich bin nicht mehr nur zur Besuch, sondern ich gehöre wirklich dazu.
00:39:38: Lässt sich das überhaupt einen Moment festmachen oder hast du erst im Rückblick gesehen?
00:39:42: Ah!
00:39:43: Da war es so ... Der Moment.
00:39:45: Ob ich das bewusst gemerkt habe, weiß ich nicht.
00:39:48: Ich weiss dass es sich anders angefühlt hat nach Weihnachten.
00:39:52: Wir sind ja Anfang September angekommen Und dann haben die da auch große Ferien, und das sind um die Weihnachtszeit.
00:40:00: Also da waren wir glaube ich... Ich weiß nicht mehr genau, vier Wochen wahrscheinlich gar nicht auf dem Gelände war noch unterwegs.
00:40:05: Da sind wir nach Thailand gegangen und Weihnachten selber waren wir in Kuala Lumpur.
00:40:10: Als wir dann nach diesen vier Wochen zurückgekommen sind, da weiß ich noch dass es sich angeführt hat als wenn wir nach Hause kommen Und dann waren wir da auf dem Gelände und dann hat auch jeder dort verstanden, dass wir bleiben.
00:40:23: Sonst die anderen Voluntärs kommen mal so sechs Wochen aus Schweden.
00:40:28: Die waren immer so, wir bleiben ein Jahr?
00:40:30: Das kann nicht sein!
00:40:31: So was gibt's hier nicht.
00:40:33: Da haben sie es uns geglaubt.
00:40:37: Ich glaube das hat einen großen Unterschied gemacht.
00:40:40: Dann waren wir zu Hause, hatten unseren Alltag unsere Routine.
00:40:45: Das macht viel aus finde ich Hatten so die Lieblingsorte gefunden, wo wir hinwollen und was wir noch sehen wollen.
00:40:56: Als ich weiß, irgendwann haben wir gemerkt, dass jetzt die Zeit weniger wird, dass wir über die Hälfte haben.
00:41:03: Und dann war es schon ein bisschen ... Puh!
00:41:04: Also das wollten wir noch machen.
00:41:07: Jetzt müssen wir eigentlich wieder an der Hause denken, ob das so cool ist?
00:41:13: Ich war da sehr wehmütig.
00:41:16: Okay, das heißt ihr kam zurück.
00:41:18: Die anderen haben gemerkt, ihr seid die, die zurückkommen und dann gingen aber auch schon so die Gedanken los.
00:41:25: wie geht's dann?
00:41:26: Auch zu Hause weiter und so das Abschied nehmen.
00:41:31: Ja, dann lass uns doch mal jetzt auch langsam Abschied nemen von Bethany Home.
00:41:37: Wie hat dein Abschiedsprozess ... Wann haben dich auch deine Eltern besucht?
00:41:42: Ganz am Schluss.
00:41:43: Das gehört sozusagen, mein besser Freund war in der Mitte da und das war einfach mega cool für mich, dass er dabei war.
00:41:53: Und die haben auch dann eine Zeit lang mitgearbeitet.
00:41:56: Ich sagte, ich wollte hier mal für die streichen.
00:41:59: Klar, so haben wir gemacht.
00:42:00: Wir gepowert!
00:42:01: Es war schön.
00:42:03: Meine Eltern kamen als ... Die waren mehrere insgesamt, glaube ich drei Wochen.
00:42:09: Bin mir nicht mehr ganz sicher.
00:42:10: Ist jetzt doch schon lange her in Malaysia und ich habe sie erst auf eine... Also ich hab sie abgeholt vom Flughafen dann waren wir zusammen in Kuala Lumpur.
00:42:17: Dann habe ich sie auf ne Rundreise geschickt.
00:42:19: die haben wir organisiert das konnten wir vom Land her organisieren Und dann war sie bei uns im Bethany Home auch mit meinem kleinen Bruder.
00:42:26: Und dann sind die heim geflogen und ich glaub dann waren es nur noch ein oder zwei Wochen wo wir selber zurückgeflogen sind.
00:42:32: also es war wirklich so kurz verschluss.
00:42:37: Das war deshalb so gut, weil ich hatte mich auch einfach wahnsinnig gefreut und meine Kolleginnen auch das zeigen dürfen was wir da erlebt haben.
00:42:46: Und die schönsten Plätze haben wir sie rumgeschickt in den Dschungel und so.
00:42:51: Die mussten sich da einfach drauf einlassen.
00:42:53: Das waren bisschen Abenteuer.
00:42:55: und als die dann wieder weggeflogen sind und wir uns da wieder verabschiedet haben, da war es schön zu sagen Wir sehen uns in zwei Wochen!
00:43:03: Das habe ich dann auch gemerkt.
00:43:06: Und dann haben wir noch, wir haben ganz viele Menschen nochmal besucht.
00:43:11: Wir waren auch ganz so oft, wir konnten eine auf dieser Insel.
00:43:15: Natürlich!
00:43:15: Wir haben ganz viel Lieblingsessen gegessen weil ich gesagt habe es brauche ich noch und ja und geredet, ganz viel gerede.
00:43:28: Ja lieblings Essen.
00:43:29: also gab's einen Stand direkt an unserem Gelände mit frittierten Bananen der Oberhammer Das wirklich, also haben wir ganz viel frittete Bananen gegessen.
00:43:39: Ja und es gibt da Nasi Pataya, also den Reis wo die in Eier rumwickeln und alles, also dieses Essen, malaisisches Essen.
00:43:48: Wirklich ein Traum, ein Traumen.
00:43:49: Ein paar Rezepte habe ich mit nach Hause genommen das gibt's auch bei uns zuhause.
00:43:54: Ja aber der Fisch stehen die da frisch aus dem Meer holen, das kann man hier nicht so essen.
00:43:59: Und dann der Abschied selber?
00:44:01: Das war schon krass weil Die haben zwar gesagt, ihr kommt wieder und so.
00:44:06: Und ich hab dann immer gesagt also wenn ich innerhalb von zehn Jahren wiederkommen würde.
00:44:10: das würde mir jetzt so weh tun, das könnte ich nicht.
00:44:14: Und habe mir das auch fest vorgenommen.
00:44:16: inzwischen sind es zwanzig Jahre und ich war nie mehr da aber das hat... Das ist auch irgendwie okay so.
00:44:21: Also irgendwann möchte ich schon mal hin.
00:44:23: Aber am Anfang war das Wir haben uns ja von Menschen verabschiedet und das kannte ich vorher noch nicht Von denen mir klar war die werde ich nie wieder leben sehen.
00:44:32: Also so was hat es mir in den Kopf noch nie in den Sinn gekommen, dass das für immer ist irgendwie.
00:44:39: Und das hat wahnsinnig schwer gemacht!
00:44:40: Ich glaube auch ich habe auf dem Heimweg mehr gewarnt als auf meinem Hinblick.
00:44:47: Aber ich glaub schon weil das war einfach krass.
00:44:50: Ja
00:44:51: und gab's irgendwelche Worte oder eine Geste die dir besonders nahe gegangen sind?
00:44:56: Und die dich vielleicht auch noch bis heute begleitet?
00:44:58: Hat dir irgendjemand etwas mitgegeben?
00:45:00: Vielleicht ist es aber auch Ein Gegenstand, der für dich für irgendwas steht.
00:45:09: Das war mir aber damals nicht bewusst.
00:45:11: Ich habe eine Schmetterlingsbranche zum Abschied bekommen.
00:45:14: Eine ganz bunte, flimmernde und so wie sie halt dort zu ist.
00:45:20: Und das war in dem ganzen Trubel auch die Geschenke, die wir bekommen haben.
00:45:24: Die sind schon besonders gewesen, Das habe ich nicht so gespürt oder nicht so wahrgenommen, weil wir halt gehen mussten.
00:45:31: Aber das wenn ich jetzt in die Hand nehme und diese Branche hab' ich vor einem Jahr rausgezogen... ...und Schmetterling hat für mich privat eine große Bedeutung, dass der etwas ganz besonderes ist.
00:45:42: Ein Geschenk, das ich mitbekommen hab', was jetzt viel bedeutet.
00:45:48: Und dann ist es
00:45:49: v.a.,
00:45:49: was ich mitgenommen hab'.
00:45:52: Ich sollte da in der Kirche Gitarre spielen.
00:45:54: Ich hab so was nie vorher gemacht, aber dann war ich halt diejenige, die es gemacht hat mit einem zusammen und dann hat er mir zum Abschied das Liederbuch geschenkt.
00:46:02: Und das war so der Start für mich zu sagen ja, das könnte ich eigentlich wirklich machen.
00:46:07: Zu Hause auch in der Kürche solche Dinge.
00:46:09: Man macht sich dieses Liederbuch eben raus.
00:46:12: Das sind ganz besondere Sachen.
00:46:16: Wo dort vielleicht angestupft worden ist, dass haben die Leute sich gar nicht gedacht.
00:46:23: Ja, jetzt hast du uns mitgenommen in die letzten Momente Flugzeug wo noch mal alles so raus kam.
00:46:31: Und wenn du jetzt so zurückblickst kannst du sagen was sich durch dieses Jahr in dir verändert hat.
00:46:38: und auch wenn du an die Werte oder Eigenschaften denkst, die dich durch das Jahr getragen haben welche waren das?
00:46:46: Und hat sich da auch irgendwas verändert.
00:46:52: Schwer nach zwanzig Jahren ja aber Also ich weiß, dass ich nach Hause gekommen bin und das so schwierig war weil ich gemerkt habe es ist alles gleichgeblieben.
00:47:03: Und alles ist anders für mich.
00:47:05: Das war so dieses... Daran hab' ich gespürt, was ich mich sehr verändert habe auch an den Rückmeldungen.
00:47:11: Was Menschen zu mir gesagt haben wie ich bin vieles ist gleich geblieben.
00:47:16: also bin danach noch ein aufgedrehtes Huhn gewesen aber ich habe mir halt.
00:47:22: Ich habe mit zum ersten mal wirklich Gedanken gemacht über die Situation unserer Welt.
00:47:28: Vielleicht war ich vorher so naiv und so behütet, das war gut für mich zu erleben auch Problembereiche in die ich von Familien, von einzelnen Menschen, in denen ich nie reingeguckt habe – und die gibt es ja bei uns auch!
00:47:43: Das hab' ich gelernt und auch mitgenommen.
00:47:48: Und ich hatte vorhin schon ... Ich hatte die Idee dass ich Theologie studieren könnte... zu ganz sicher.
00:47:57: Und die Idee damals war entstanden daraus, also ich wollte nie Pfarrerin werden.
00:48:03: Aber ich habe gemerkt, ich kann eigentlich nicht ausdrücken warum ich das glaube was ich glaube.
00:48:08: Ich kann damit Leuten nicht in eine Diskussion rübergehen so.
00:48:11: Das habe ich gemerkt während meiner Schulzeit und hatte mit so einem sehr Frommenkreisen zu tun, die ich gemerkt habe.
00:48:17: Ich spüle, dass das nicht meins ist aber ich kann dir nicht widersprechen.
00:48:21: Deshalb dachte ich, Arctiologie-Studien wäre super!
00:48:23: Und in diesem Jahr in Malaysia hab' ich alle Religionen kennengelernt, die dich vorher noch nicht kannte.
00:48:29: Es ist ja ganz stark Islam und ganz stark Buddhismus und Hinduismus und alles was da Strömungen und Vermischungen auch... Also die können Christen oder Hinduisten sein, es ist abgefahren Und wir waren in diesen Tempeln und wir haben teilgenommen an dieser Prozession, wo diese Milchkannen in die Haut bohren.
00:48:49: Und Stäbe durch die Backen aus religiösem Gründen.
00:48:51: Und ich habe alles gesehen und mir gedacht, wow!
00:48:53: Ich muss lernen, wo das her kommt im Menschen und was es macht.
00:48:59: Und hab aus dieser Summe von Erfahrungen, die ich da gemacht habe gesagt, na ja dann muss ich wirklich Theologie studieren weil nur da kann ich alles lernen und verstehen Und hab das auch so mitgenommen, habe auch im Studium dann ganz viel asiatische Religionen und den Islam.
00:49:16: Also was studiert um das irgendwie mehr zu verstehen.
00:49:25: Was für mich eben auch ganz krass war ist eben das mit den Gehörlosen.
00:49:29: Das habe ich in Deutschland auch gemacht.
00:49:31: Ich habe hier die Gebärdensprache gelernt, die eine Vollkommen andere war.
00:49:36: Es ist nicht müde geworden, mich für meinen Slang quasi auszulachen.
00:49:42: Und ich habe es in Berlin gelernt und dann hab' ich in Nürnberg in der Gehörlosengemeinde ein Praktikum gemacht und auch die sind nicht müder geworden sich über meine unglaubliche Sprache zu amüsieren.
00:49:54: aber auch diese Welt, ne?
00:49:55: Die habe ich dort kennengelernt und hier ein bisschen wird angedockt und das finde ich ganz toll und ganz faszinierend.
00:50:02: Und gab es in irgendeiner Alltagssituation, die dir jetzt so einfällt, wo du dich vor dem Auslandsjahr anders verhalten hast als danach?
00:50:11: Also ich habe vorher nie Stromfosen unter meinen Cheens getragen.
00:50:14: Aber als wir handgekommen sind erst mal dreiviert ja Stromfosen.
00:50:19: Der erste Winter auch mann!
00:50:21: Ja aber jetzt nicht irgendwie tiefgrünig.
00:50:25: Also Bundes- und Fördermittel im internationalen Freiwilligenbereich werden immer weniger.
00:50:30: Und auch die Kirche hat immer weniger Geld, und wir haben jetzt auch die Kürzungen in diesem Jahr gespürt – und werden sie auch wahrscheinlich im nächsten Jahr noch mal spüren!
00:50:40: Wie schätzt du denn die Zukunft und auch die Wichtigkeit der Internationalen Freibilligendienste ein?
00:50:45: Ich glaube das ist so wichtig den Horizont zu erweitern.
00:50:50: Das klingt so abgedroschen aber das ist es wirklich.
00:50:53: ich habe Ich habe damals, ich hab ja einen jüngeren Bruder und ich habe mich so gewünscht, dass er es auch macht konnte.
00:50:58: Das kann ich verstehen, das der nicht ins Ausland will.
00:51:00: Ich weiß, ist für Menschen unterschiedlich aber diesen Schatz und diese Erfahrung mal gemacht haben zu dürfen und das auch finanziell möglich zu haben.
00:51:11: Das ist die finanzielle Unterstützung damals war ja einfach Ausschlag geben, dass man das machen konnte hier.
00:51:20: Das is so ein großer Schatz!
00:51:24: Also ich fand schon total schade, als ich gehört habe.
00:51:26: Es gibt so viele Sachen nicht mehr und es gibt auch eh viel weniger.
00:51:30: die Soziwildienste nehmen und das Freiwilligessoziale ja dauert wird gestrichen und hier... Ich find's krass dass junge Menschen nach einem Schulabschluss sich sofort entscheiden sollen was sie beruflich werden wollen und dann das einfach so durchziehen ohne auch mal diese Pause gehabt zu haben um nachzudenken.
00:51:48: Was will ich überhaupt?
00:51:50: Das ist vielleicht nicht für jeden das in ein großes Flugzeug zu steigen und am anderen Ende der Welt zu lernen, das war es für mich.
00:51:58: Ich finde dass ich das machen durfte großartig und bin immer noch total dankbar.
00:52:04: aber grundsätzlich brauchen wir halt diese Offenheit und diese Horizont-Erweiterung.
00:52:11: Das kann man sich nicht ausdenken, das kann man nicht mit Bücher lesen, das ist auch nicht auf Instagram sehen glaube ich und nicht bei Facebook Stories muss man halt mal gewesen sein in diesen anderen Welten, um das zu verstehen.
00:52:23: Deshalb find ich's wahnsinnig wichtiger.
00:52:25: Wenn dir dein Tochter sagt, Mama, ich möchte ein Jahr ins Ausland sagst du ...
00:52:30: Ich freu mich voll!
00:52:34: Das hab ich auch schon gesagt.
00:52:35: Ich lese natürlich, welche Stellen es jetzt gibt und hab dann gesagt, es wird Bali geben.
00:52:41: Ich mein, Bali?
00:52:44: Aber da zieht sie noch nicht so.
00:52:45: Da ist sie anders.
00:52:48: Ich habe auch gelernt, warum mein Bruder das zum Beispiel nicht machen konnte.
00:52:50: Obwohl ich es damals nicht verstand, weil er einfach ein anderer Mensch ist.
00:52:54: Manche Menschen können nicht so weit weg.
00:52:56: Aber dann finde ich es total cool dass Freiwillige aus dem Ausland hierher kommen und wir das auch irgendwie fördern können finanzieren können, weil auch die Menschen hier für die Jugendlichen in den Dörfern – das erleben wir im Gunstenhausen auch.
00:53:09: Wir hatten Freiwillige aus Malaysia.
00:53:11: Das ist für die Menschen eine Riesenbereicherung und auch eine Horizonterweiterung.
00:53:16: Und so geht es ja auch für die Kids, die vielleicht wie meine Tochter sind und sagen, nee, soweit wegwichtig eigentlich
00:53:22: nicht.".
00:53:23: Also wirklich auch dieses Freiwilligenprogramm in beide Richtungen hat wieder seine
00:53:27: Wichtigkeit?
00:53:28: Ja, das finde ich total.
00:53:33: Zum Schluss zu unserem Podcast-Titel.
00:53:35: Unser Podcast heißt ja Losgelassen.
00:53:37: und wann würdest du sagen, hast du im Bezug auf deinen Freiwilligendienst losgelassen?
00:53:42: Was war auch für dich das bewegende Loslassen vielleicht?
00:53:46: In dem Jahr selber habe ich ganz viel losgelassene was mich vorher in meiner Jugend und in meiner Schulzeit was es schwer für mich gemacht hat.
00:53:57: Also so dieses... In der Schule kriegt man oft gesagt, was man nicht kann und bleibt daran hängen.
00:54:05: Und das hatte ich wie so ein Rucksack dabei aber ich glaube den Rucksacks habe mich so gut es ging nicht ganz um gar, aber ich hab ihn schon bisschen dort gelassen weil wir mich da auch einfach hart machen lassen und dass das gut fand und mir irgendwie so... Das habe ich losgelassen.
00:54:22: Ich habe auch Menschen losgelassend glaube ich die mir nicht gut getan haben vorher.
00:54:28: Und ich bin aber jemand, ich bin so harmoniesüchtig und ich mag so gern dass alle sich lieb haben.
00:54:32: So ungefähr... Da hat mir dieses Jahr auch einfach geholfen und zu sagen ja jetzt muss ich das nicht mehr, muss da nicht hinterherren oder solche Dinge Ich habe überhaupt nicht losgelassen.
00:54:47: diese enge Verbindung zu meinen Eltern Das hab' ich also positiv verlebt.
00:54:53: Es war für mich Ein unglaublich großer Schatz.
00:54:56: Heimkommen war nicht einfach, aber es war ein Schatz zu wissen ich habe einen Zuhause das sind diese Menschen und die da kann man gehen weil man nach Hause gehen kann.
00:55:05: also dass ist so.
00:55:07: Das ist auch was mich total durchs Leben trägt.
00:55:10: Es gibt Freiheit entsteht einfach dadurch dass man irgendwo angebunden ist Und das wünsche ich auch jedem.
00:55:16: Also das war das was sich vielleicht in diesem Einsamkeitsmomenten kurz nicht mehr wusste Aber was ja immer immer da ist wenn man weiß, wo man hingehört.
00:55:24: Dann kann man überall hin gehen in die ganze Zeit und dass ich das erleben darf als Geschenk habe.
00:55:31: Das würde ich sagen ja.
00:55:33: Das hab' ich festgehalten nicht losgelassen!
00:55:39: Jetzt hast du nochmal Zeit für ein Werbeblock.
00:55:42: Okay
00:55:44: Was würdest du jemand sagen der sich für einen Freiwilligendienst interessiert?
00:55:48: Ja macht es Macht es Und Ich würde sagen, mach das am besten mit der möglichst größten Leichtigkeit die du aufbringen kannst.
00:56:01: Mach dir keine Gedanken weil es spielt keine Rolle wie gut dein Tropen Survival Pack gepackt ist und es spielt gar keine Rolle was du in den Koffer dabei hast.
00:56:11: Das ist alles so unwichtig wenn man eben etwas hat wo man eingebunden ist und nach Hause kommen darf.
00:56:18: ich würde in jedes Land jederzeit reisen auch zu dieser Zeit.
00:56:25: Das, die Zeit kriegt man ja nicht mehr.
00:56:27: Also nie wieder im Leben wird jemand sagen du darfst jetzt mal kurz ein Jahr alleine weg.
00:56:33: Deshalb würde ich sagen es ist ja unbedingt unbedingt machen an die wunderschönsten Orte das kann man hier mit diesem Hausjahr machen.
00:56:40: Man kann an die Wunderschönenorte der Welt gelangen und das ist so cool auch in... Und dass es nicht vergleichbar mit Mal wohin reißen selbst wenn man sechs Wochen durch den Land reißt oder einen Work in Travel macht.
00:56:54: Ich glaube, das wäre alles auch nicht meins gewesen dort auch ankommen zu dürfen und in Teil eines Teams zu sein.
00:57:02: Binnzig bis geht nicht darum die Welt zu retten aber ein winziges so bisschen teil dazu beitragen auch was zum verändern für kleine Momente für einzelne Kids oder Menschen.
00:57:13: Das ist einfach ein großartiges Gefühl und es nimmt einem niemand mehr weg.
00:57:17: Vielen Dank Conny!
00:57:18: Sehr schön dass du da warst.
00:57:28: Dieser Podcast wird produziert von Portstars bei OMR.
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